Korsika 2022

Für die erste Reise mit mit meiner neuen Maschine, einer Aprilia Tuareg 660, hatte ich die 3 grossen Mittelmeerinseln Korsika, Sardinien und Sizilien auserkoren, Mitte Mai sollte es losgehen aber lest selbst wie weit ich gekommen bin.

Distanz: 183  km

Offroad: 63 km

  • 4 km (km 21 –25) COL de la Serra, teilweise recht steil und grober Schotter (SG 3-4)
  • 5 km (km 26 –31) von Carbonacce bis Lapedina, eher einfach, auf der Abfahrt bisschen ausgewaschen (SG 3)
  • 13 km (km 50 – 63), TET, Col de St.Jean von Cisco bis Olcani, teilweise recht grober Schotter (SG 3-4)
  • 5 km (km 109-114) einfache Pisten durchs Hinterland von St. Florent (SG 2-3)
  • 32 km (km 129-151) TET, Saleccia Beach hin und zurück, teilweise recht sandig (SG 3), bei Regen sehr tiefe schlammige Stellen (SG 4)

Übernachtung Bastia: Hotel Cyrnea, nicht günstig aber mit Pool, Balkon, Meerblick und Parkplatz

Zum ersten Mal Offroad mit der neuen Aprilia Tuareg 660 auf dem TET Korsika und weiteren Offroadstrecken. Zunächst easy auf der Küstenstrasse von Bastia nach Norden und dann härter als erwartet ging es erstmals Offroad hoch zum COL de la Serra. Auf ein leicht zu fahrendes, unbefestigtes Stück von Cagnano bis Lapedina folgte dann ab Sisco der Col de St.Jean, dies ist ein teilweise recht steiler Offroadpass mit groben Schotter und Teil des TET Korsika. Nach ein paar kurvigen Strecken und einem leichten Offroadabschnitt vor St. Florent ging es danach runter zur Plage de Saleccia, einer 12 km langen sandigen Piste mit sehr viel Side-by-Side und Offroad-Verkehr, landschaftlich aber durchaus reizvoll.

Distanz: 41 km

Offroad: 11 km

  • 4 km (km 6-10) D263 bis Sant’Antonino, teilweise recht ausgewaschen, Anfangs steile Kehren (SG 3)
  • 7 km (km 34-41) von Bocca di Battaglia zur D 963, SEHR schwer, steile grobe Abfahrten, sehr ausgewaschen (SG 4-5)

Übernachtung Calvi: Hôtel Le Rocher, nicht günstig aber grosses Zimmer mit Balkon und zentral, mit sehr hilfsbereitem Personal

Der 2. Tag begann sichtlich schlecht, ich musste die Maschine anschieben und dies sollte Folgen haben. Zunächst ging es auf dem TET von L’Ile Rousse hoch auf die Bocca di Battaglia und dort über eine sehr steile Piste weiter bis zu einem folgenschweren Sturz.

Was für ein Tag! Da hat er doch so schön begonnen, hoch über Ile Rousse und dann der Ausrutscher auf einer steilen Abfahrt. Ich brauchte bestimmt 1 Stunde in der prallen Mittagssonne um die Maschine 300m den Berg runterzubringen. Viel Mühe, eine Flasche Wasser und 1Mik verloren. Als es weiter gehen sollte springt Whilly nicht mehr an, also über die nächsten Klippen rollen und dann mit Schwung, ging nicht und ausgerechnet hier kam eine Gegensteigung. Motorrad abgestellt und zu Fuss aus dem Funkloch raus, kaum mehr Wasser und schon torkelnd gemerkt, dass ich keine Anrufe machen kann, also nur Wifi. Dann halt 112 und die Pompiers haben mich geborgen und zum Kräfte sammeln und Sonnenstich auskurieren ins Spital nach Calvi gebracht. Bin jetzt wieder bei Kräften und schaue mal wie sich Whilly bergen lässt.

3 Tage später

Whilly ist geborgen, dank unglaublicher 4×4 Fähigkeiten von Julien von StFlo4x4, schön wie er Spass hatte beim hochfahren auf dieser für mich krassen Piste, für ihn war das naja, nichts spezielles wie er meinte und das mit dem Motorrad auf dem Anhänger 😀Merci beaucoup et chapeaux! 

Danke auch an Edouard Leconte der mir den entscheidenden Tipp gegeben hat, die Versicherung hat das in 2 Tagen nicht hinbekommen. Und natürlich an Tanja vom Hotel le Rocher in Calvi, die schliesslich alles perfekt organisiert hat.

Nur macht Whilly noch keinen Wank, Batterie ist ok mit 12.8 V, Benzinpumpe pumpt auch und klicken tut es auch wenn der Starter gedrückt wird aber drehen will nix, also morgen wieder zurück auf Feld 1 nach Bastia. Bin dann 1 Woche auf Korsika und kaum Motorrad gefahren, ab Donnerstag gibts dafür Regen, da fühle ich mich wieder im Element

Es ist kaum zu glauben, der Motorradmechaniker langt kurz an die richtige Stelle und schon knurrt Whilly wieder😅

Es lag an einem „losen“ Stecker für den Anlasser, sieht ähnlich aus wie ein Kerzenstecker und ist sehr schlecht zugänglich. Zuerst muss eine Plastikhülle zurückgeschoben werden bevor man mit einem Gabelschlüssel rankommt. 

Kaum losgefahren zickte er aber wieder, kurze Leistungsaussetzer bei 3000rpm aber dies wurde auch schon im Aprilia Forum beschrieben, das hängt aber beides nicht zusammen. Mal schauen was da noch kommt….

Es ist feucht heiss und trotzdem ein wunderbarer Tag auf den einsamen Bergstrassen Korsikas, kaum mal ein Moped gekreuzt, noch viel weniger Autos und dies alles auf asphaltierten Strassen. Bloss, so ein dummer Esel wollte mir den Platz im Gartenrestaurant streitig machen. 

Que Asco: spanisch für: Wie ekelerregend

Distanz: 141 km

Offroad: 21 km

  • 7 km (km 32-39) von D 69 bis Ghisoni, Waldstrasse, zuerst sehr einfach, später super steil, sandig, kaum zu Fuss begehbar, sehr schwer (SG 4)
  • 8 km (km 111-119) Col de St.Eustache bis D 557, sehr schöne Offroadstrecke, teilweise bisschen sandig (SG 3)
  • 6 km (km 130-136) Fozzano bis D 257, eher einfach (SG 2-3)

Habe meine TET (Korsika)-Lektion für heute gelernt, die Aprilia Tuareg ist dafür zu schwer, zumindest mit soviel Gepäck und falsch bereift. Was anfänglich wieder richtig Spass machte wurde plötzlich zu einer kaum zumeisternden Abfahrt, einfach mal mit blockierendem Hinterrad der Berg runtergerutscht und auch das wurde mir zu schnell, da war hinlegen die bessere Option als schnell und unkontrolliert den Berg runterzurutschen. Zum Glück folgte kurz darauf ein Belgischer 4×4 Konvoi und an der Seilwinde hängend brachte ich Whilly dann sicher wieder auf Kurs. Um nicht allzuviel Respekt vor Offroad zu bekommen habe ich dann östlich von Propriano noch 2 Pisten nach meinem Geschmack gefahren, darunter den wunderbaren COL de St. Eustache, genauso muss Offroad für mich.

Distanz: 142 km

Offroad: 19 km

  • Bei km 23 gab es leider kein weiterkommen Richtung Vignalella deshalb zurück zur
  • 4 Km (km 32-36) Bocca di Suara bis Giuncheto, einfach (SG 2-3)
  • 6 km (km 62-68) von Buzzacone bis Radici, einfache Waldstrasse (SG 2-3)
  • 9 km (km 73-82) von Carbibi zur D 368, sehr schöne Piste (SG 3) bei Regen schwieriger da ein paar Wasserpassagen (SG 3-4)

Nach dem wunderbaren Pass von Sartène über die Bocca di Suara stand ich kurz nach dem 1. Unbefestigten Abzweiger vor einem verschlossenen Tor, Schade! Deshalb zurück und etwas ausprobieren, die Piste nach Giuncheto war einfach und entschädigte für verpasstes Vergnügen. Die nächste Piste nach Radici war ebenfalls einfach zu fahren, einfach eine schöne Waldstrasse, wunderbar bei trockenen Verhältnissen. Nach Carbini ging es weiter hoch in die Berge, so gefällts mir, sehr schön diese Piste, könnte bei Regen aber durchaus tückisch sein. Danach ging es asphaltiert bis Bonifacio, immer wieder über wunderbare Passstrassen und sehr reizvolle Landschaften, absolut empfehlenswert. Leider gab es aber keine Fähre rüber nach Sardinien, zu viel Wind hiess es, deshalb war ich froh noch ein Zimmer im Hôtel des Etrangers zu bekommen.

Distanz: 204 km

Offroad: 8 km

  • 8 km (km 95-103) D 557 bis Col de St.Eustache, sehr schöne Offroadstrecke, teilweise bisschen sandig (SG 3)

Früh Morgens am Hafen von Bonifacio hiess es, ALLE Fähren ausgebucht, nach langem Warten und Bitten bekam ich dann jedoch noch einen Platz am früheren Abend, so nutzte ich die Zeit für eine Rundfahrt durch die wunderbaren Bergstrassen Korsikas, natürlich sollte noch ein bisschen Offroad dabei sein, doch schon der erste Einstieg bei Tirolo schien mir zu schwierig. Deshalb machte ich dann noch einmal eine Runde über den traumhaften Col de St.Eustache, einfach wunderbar, die Fähre in Bonifacio erreichte ich dann ohne weitere Verzögerungen und so sollte es dann tags darauf auf dem TET in Sardinien weitergehen.

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