Seit 2006 war ich regelmässig (alle 2-3 Jahre) im Balkan (vorwiegend Kroatien) unterwegs, hatte gar mal einen Sprachaufenthalt in Zadar genossen aber nun war es schon 5 Jahre her seit meinem letzten Besuch, höchste Zeit also mich wieder in das fantastische Karstgebirge zu begeben. Der Plan war grundsätzlich mit der Fähre nach Patras zu fahren, in Griechenland dann den ACT, danach vor allem einige Pendenzen in Albanien zu erledigen, dabei sicher den einen oder anderen TET-Abschnitt mitzunehmen und schliesslich langsam nach Hause zu tuckern, dafür sollten die insgesamt knapp 4 Wochen eigentlich reichen.

etwa 2500 km, davon 380 km unbefestigt
Der ACT ist jeweils gelb und der TET in magenta markiert, ein Klick auf die Karte zeigt diese gross, ein Klick auf Routenname und Distanz führt zu Wikiloc und der herunterladbaren .gpx Datei. Die Schwierigkeitsgrade (SG) beziehen sich auf die bekannte Denzel-Alpenstraßen-Skala.
Albanien

- 17 km TET von Borsh km 38 bis Kuç km 55, teilweise sehr schwierig, steile ausgewaschene Abschnitte, schwierig SG 4
- sehr schöne kleine Bergstraße von Kuç nach Sinanaj, alles asphaltiert, aber trotzdem schön
- 9 km hin und zurück von Sinanaj km 104 – km 113, zuerst alte albanische „Hauptstraße“ bis zu einem ziemlich steilen Anstieg, sehr tief, sehr ausgewaschen, wie ein steiles Bachbett, ich blieb stecken, keine Traktion mehr > Aufgabe, sehr schwierig SG 4 –5
- 5 km von km 134- km 139 Memaliaj, teilweise ziemlich tiefer Schotter, mittelschwer SG 3-4
- 15 km von 174 bis km 189, zuerst Baustelle in allen Bauphasen, dann breite Piste, mittelschwer SG 3
Sarandë wird gerne als das Monaco von Albanien bezeichnet und liegt an der südwestlichsten Ecke des Landes, mit vielen hohen Hotelpalästen, vielen Badegästen auch aber sonst….es wird wohl meine letzter Besuch gewesen sein.
Die Küstenstrasse Richtung Norden bietet zahlreiche hübsche Ausblicke auf die Adria bis es bei Borsh rechts weg geht, zuerst auf einer staubigen Piste ins Tal rein und dann links über eine Brücke und in mehreren Kehren steil hoch. Kaum hat man bei einem Bauernhof das Gefühl die Anhöhe erreicht zu haben folgen je eine sehr steile Ab- und Auffahrt bevor man Çorraj erreicht, ein kleines Bergdorf, das nur über diese teilweise sehr groben Pisten erreichbar ist.









Ab Kuç folgt dann eine neue kleine Passstrasse (man kann sich vorstellen wie hier früher einfach durch das Flussbett gefahren wurde) bis zu einer Kreuzung mit einem einsamen aber sehr netten Restaurant inklusive hübscher Terrasse und Garten. Für Google geht es dann nur über Tepelenë weiter, ich hatte aber auf Satellitenbildern eine Strasse direkt nach Salari ausgemacht, die war dann sogar asphaltiert und bot immer wieder atemberaubende Ausblicke auf die Bergwelt und Schluchten dazwischen, auch auf die nun folgende Strecke Richtung Sinanaj.

Von dort ging es nun wieder unbefestigt weiter, bis zum nächsten Dorf noch sehr einfach aber dann folgte eine wie sie von mir genannt wird «Hoxha Autobahn», also eine sehr grobschottrige Angelegenheit mit alten Pflastersteinen durchsetzt, solange das nicht zu steil ist war ging das noch aber plötzlich war da eine Gerade den Berg hoch, wie ein Flussbett mit 10-15% Gefälle. Irgendwann fehlte mir im tiefen Schotter die Traktion und ohne viel Momentum dann auch das Gleichgewicht so dass ich anhalten musste. Während ich noch überlegte wie ich da rauskomme kam ein kleiner Transporter mit Strohballen beladen den Berg runter und da ich mitten in der Strasse stand, mussten mir die netten Herren, zuerst widerwillig, helfen das Motorrad zu drehen nachdem sie mir bedeutet hatten, dass es die nächsten 15 km genauso aussehen würde.




Also dann riesigen Umweg (40km) über Memaliaj gefahren, wobei ich auch hier zweimal die richtige unbefestigte Abfahrt suchen musste, dafür war diese dann ein Kinderspiel.

Die unbefestigte Hauptstrasse SH100 nach der einzigen Brücke über die Vjosa weit und breit hatte ich Jahre zuvor schon mit der Triumph Tiger gefahren, diesmal wurde aber gebaut, was da und dort recht schwierig war aber eher in Erinnerung bleiben wird wieder der Gestank aus den rostigen Ölbohrtürmen die in der Gegend rumstehen.
Vlorë ist eine grosse Hafenstadt, traurigerweise bekannt geworden durch die Hunderttausenden Flüchtlinge die ihr Land in den 90er Jahren über diesen Hafen verlassen wollten, und hat in den letzten Jahren unglaublich viel in eine neue Strandpromenade und Infrastruktur investiert, wem’s gefällt….
Distanz: 231 km, Die ganze Strecke ist eine wunderbare Motorradstrecke, viele Kurven und schöne Strassen durch sehr schöne Berglandschaft
- 26 km TET von SH 75 km 130 – km 156, zuerst ein paar Kilometer einfach durch ein Tal aber kaum nach der Abzweigung sehr steil hoch, teils sehr grobe Rampen bis Raban, danach eher einfacher bis Sevran, von dort wieder teils sehr grobe steile Abfahrt, bei Regen tiefe Spuren, (sehr) schwer, SG 4
- 11 km teilweise unbefestigt von km 162 bis km 173, nochmal ein Abschnitt TET versucht, habe es dann aber sein lassen, TET wird quasi Single Trail, die Strasse führt aber weiter, moderat SG 3.
Heute viel relaxter, sehr viele schöne Bergstrassen, ein gutes schweres Stück Offroad aber fast immer in der Komfortzone und sehr viel schöne Ausblicke. Zu guter Letzt, wie immer bei mir wenn ich in Albanien bin, gibts den Besuch im Weltkulturerbe Berat.



Von Vlorë ging es heute zuerst direkt nach Kuç, von dieser Strecke hatte ich mir viel mehr erwartet und dann auf dem TET wieder kurz das gleiche Stück wie gestern über den schönen Pass Richtung Tepelenë, wobei ich hier beim Restaurant dann rechts abbog und ab Progonat die vielen Ausblicke in den tiefen Canyon genoss. Nach der Schlucht von Këlcyra gings immer noch auf dem TET weiter und ab Piskovë endlich unbefestigt in ein Tal rein, um nach etwa 5 km links weg auf einer stark geschotterten Piste die Berge zu erklimmen. Teilweise extrem steile Rampen hoch bis Raban und dann im stetigen auf und ab über die Berge bis es bei Sevran i Madh definitiv steil hinunter in den Canyon geht, vorbei einem einem netten Picknickplatz an einem kleinen Stausee.







Kaum zurück auf Asphalt gibt es einen sehr attraktiven Aussichtspunkt um den Osumit Canyon zu bestaunen, diesen überquerte ich kurze Zeit später auf einer kleinen Brücke weiter dem TET folgend bis sich dieser in einem Single Trail auflöste. Ich fuhr das Strässchen jedoch weiter in der Hoffnung den Single Trail umfahren zu können was mir leider oder zum Glück nicht gelang, Anschauungsunterricht geben hier Alex und Biggi von FAT die zur selben Zeit dort unterwegs waren. So genoss ich halt die 60 km auf der kurvenreiche Strasse das ganze Tal hinunter bis Berat.


Berat, die Stadt der tausend Fenster, die 1961 offiziell zur Museumsstadt ernannt wurde, gehört wie erwähnt zum UNSECO-Weltkulturerbe und ist immer ein Besuch wert, für mich schon zum 4. Mal


Distanz: 251 km, knapp 200 km auf TET
- 32 km von km 17 bis Gramsh km 53 (- 4km, musste ein Stück zurück), nach einfacher Kiesstrasse in der Fläche, sehr sehr harter Aufstieg, viele sehr ausgewaschene Kehren mit grossen Steinen, erster Teil der Abfahrt steil mit teils grossen Steinen. Sehr schwer, SG 4-5
- 35 km alles TET von km 77 bis km 112, der mittlere Teil schwer, steil, tief, grobe lose Steine, ansonsten moderat, SG 4
- 58 km alles TET von km 166 bis km 224, sehr lange moderat, nach etwa 35km wird es bisschen schwieriger aber nie schwer, SG 3-4
Das war ein unglaublich hartes Stück Arbeit heute, 250 km, davon knapp 200 km TET und 125 km teils härtestes Offroad, ohne die Hilfe eines deutschen Pärchens (Danke Dirk und Angelika!🤗❤️) hätte ich schon zu Beginn aufgegeben, sie hatten mir am Schluss des ersten Aufstiegs Geleitschutz und Sicherheit mit ihrem 4×4 gegeben.
Vor 5 Jahren hatte ich die Strecke von Gramsh nach Berat schon mit der Triumph Tiger in Angriff genommen, musste aber kurz vor der Passhöhe kapitulieren, dieses Mal sollte dies doch mit der leichteren Aprilia machbar sein, zumal das schwere Stück diesmal hinunter befahren werden konnte, so dachte ich zumindest. Zuerst ging es beschwingt auf einer eher sandigen Piste in ein Tal hinein, nach der ersten richtig steilen Kehre bemerkte ich dass ich wohl falsch fuhr, denn der Track führte geradeaus, kurz runter und durch einen kleinen Fluss um auf der anderen Seite dann so richtig steil anzusteigen. Das war ein unglaublich harter Aufstieg, mehrmals überlegte ich mir eine Umkehr aber schreckte immer wieder zurück weil ich die überstandenen Passagen nicht noch einmal fahren wollte. Da waren tiefe Auswaschungen und kurz vor einer Kehre blieb ich gar mit der Kamera auf dem Helm in einem Ast hängen, das hätte echt nicht blöder kommen können, trotzdem überwand ich auch diese Hürde um mir dann gleich bei der nächsten Kehre wieder die Sinnfrage zu stellen.








Aber auch hier fand ich einen Weg doch nur ein paar hundert Meter später war für mich Ende, da waren zu hohe felsige Absätze neben tiefen Auswaschungen, ich überlegte mir schon wie ich denn drehen wollte, da kam ein deutscher 4×4 hochgekrackselt und sie boten mir an, einen Teil meines Gepäcks abzunehmen und mir Geleitschutz zu geben. So fuhr es sich dann richtig befreit hoch zur «Kammstrasse», ein Traum diese Aussicht, ja auch die Abfahrt wurde zum Genuss obwohl ich staunte wie weit ich es doch mit der Triumph geschafft hatte. Ganze 2,5 h brauchte ich für diese knapp 50 km bis Gramsh und war schon ziemlich fertig, trotzdem konnte ich es mir nicht verkneifen nochmal in den TET Richtung Elbassan einzusteigen.






Dieser führte wiedermal zuerst befestigt in ein Tal rein und genau dort wo der Asphalt aufhört, nach 10 km gab es einen Abzweiger zur Holtës-Schlucht die man sich durchaus kurz näher anschauen kann (da gibt es ein Campingplatz mit Pool und Restaurant davor).


Zurück auf dem TET geht es in vielen Kehren recht steil hoch (ok, da war auch eine direkte Linie mit etwa 30% Steigung zwischen 2 Kehren mit dabei / der TET Track lässt grüssen) und oben auf einer Art «Kammstrasse» weiter bis Zavalinë, dort führt die Route erst durch einen Wald und später immer einer steilen, felsigen Flanke entlang bis Gjinar.





Obwohl «schon» 15.00 Uhr, wagte ich doch noch das 60 km lange Teilstück von Librazhd nach Peshkopi im Wissen, dass bei einer Panne kaum eine Unterkunft unterwegs zu finden wäre, zu unbesiedelt ist dieses Gebiet entlang der nordmazedonischen Grenze. Bei meinem ersten Besuch in Albanien anno 2009 stand ich schon einmal an selber Stelle, damals hatte man mir aber noch abgeraten diese 4×4 Strecke (wie von der Reisekarte beschrieben) zu fahren, damit war ich mit meiner Unerfahrenheit wohl gut beraten. Was zunächst noch nach einer wunderbaren Passstrasse im Bauzustand aussah, entwickelte sich je länger desto mehr in eine kleine aber traumhafte und meistens sehr gut fahrbare Schotterpiste. Das immer gelber leuchtende Abendlicht tat das seinige dazu bei zu einem unvergesslichen Spektakel, diese Fahrt werde ich bestimmt wiederholen.






Peshkopi mit knapp 15’000 Einwohnern liegt als grösste Stadt weit und breit etwa 100 km östlich von Tirrana Mitten in den Bergen Nahe der Grenze zu Nordmazedonien und Kosovo und trotz hübschem, verkehrslosem Boulevard mit vielen Kaffees leben die Leute mit dem Tageslicht, das heisst Abends ist kaum was los, dafür umso mehr mit den ersten Sonnenstrahlen am frühen Morgen.
- 40 km von Muhurr km 11 bis km 51, grösstenteils moderat, in der Mitte auf dem TET, km 34 bis km 40 teils recht grober Schotter, SG 3-4
- 13 km von km 108 bis km 121, alles mögliche, SG 3-4
Auch wenn die dunklen Wolken am frühen Morgen nichts Gutes verhiessen und in der Nacht auch Regen brachten, wurde es doch wieder ein wunderbarer und schliesslich auch viel zu heisser Tag in den albanischen Bergen. Die letzten 70 km ausnahmsweise sogar super kurvig auf Asphalt.
In Muhurr kurz verfahren, ja das geht auch in so einem kleinen Ort aber dann ging es nach kurzer Steigung gemütlich hinein in einen Canyon, wunderbar so ein unbefestigtes Strässchen entlang der Bergflanken bis Selishtë wo ich wieder auf den TET traf.



In den einschlägigen Foren und Facebook-Seiten wurde aber schon seit Tagen gewarnt vor der Passage eines Felssturzes auf der TET-Route durch den Lurë Nationalpark, so folgte ich zwar dem TET auf knapp 8 km, dieser führte hier teilweise über eine Hoxha-Autobahn aber dann zog ich es vor die direkte Route Richtung Burrell zu nehmen. Diese Route über die SH36 war bestimmt ähnlich schön aber sicher viel kürzer und führte nach ein paar Serpentinen entlang einer steilen Bergflanke hoch zu einem Pass, dort zweigt der TET rechts ab.





Die meist einfache Abfahrt hinunter ins Tal bot immer wieder neue Panoramen, allerdings stiegen die Temperaturen gefühlt mit jedem Meter, da war ich in Rrëshen froh ein schattiges Plätzchen vor einem Lebensmittelladen zu finden und Kraft zu tanken.




Seit einem Dutzend Kilometer befand ich mich wieder auf dem TET, dieser führte auf einer befestigten Strasse um einen Stausee bis Bukmirë und ab dort unbefestigt über einen Rücken und dann Mitten durch ein Gebiet wo die Überreste eines Buschbrandes augenfällig waren hinunter zu einem von mehreren Zuflüssen des Stausees, sehr hübsch und abwechslungsreich dieser Abschnitt.




Bei Ungraj hatte ich dann mal genug von Offroad, es war mir einfach zu heiss und so verliess ich den TET und fuhr auf einer neu asphaltierten kleinen Strasse hoch über einen Pass der oben auf beide Seiten wunderschöne Ausblicke bot, einerseits weit in die Berge hinein und auf der anderen Seite die vielen Kehren hinunter in die Ebene von Shkodër.

Distanz: 154 km, bis auf die Rückfahrt nach Shkodër entlang des Sees alles TET
- ab Prekal km 23 bis kurz vor Theth km 73, teils sehr ausgewaschen, grobe Steine mit hohen Stufen, in dieser Richtung sehr anstrengend und schwer, in der Gegenrichtung sehr schwer, SG 4(-5)
Auch die heutige Rundfahrt nach Theth stand eigentlich schon 2018 auf dem Plan aber die fortgeschrittene Zeit bis ich über die Nordroute auf der damals noch unbefestigten Abfahrt hinunter nach Theth angekommen war, liess mich das Unterfangen abbrechen, zum Glück wie sich heute herausstellen sollte.


Hinein ins bezaubernde Tal auf der Südroute war ich erstaunt wie weit es auch hier schon asphaltiert ist, es wird wohl nicht mehr allzulange dauern bis auch diese Route vollständig ausgebaut ist. Jedenfalls war der Einstieg auf den noch unbefestigten Teil noch moderat, einzig die LKW’s von der Baustelle waren eine stete Gefahr hinter jeder Ecke. Lange 10 km führte nun diese Piste an der Bergflanke entlang ins Tal hinein als es plötzlich rechts weg und jetzt steil berghoch geht, Glück hat wer sich bei LKW-Gegenverkehr an einem Ausweichpunkt befindet.





Der Aufstieg ist eigentlich trotz viel groben Schotter gut fahrbar, die schiere Länge machts, dass man immer mal wieder tief durchschnaufen und die reine Bergluft einatmen darf. Das Gute oder auch Schlechte an dieser Route ist, sie ist recht stark befahren, ich staunte aber als ich einem Polen auf seiner Honda X-ADV begegnet bin und etwa 1h später noch viel mehr als ich ein unglaublich grobschottriges Stück befuhr, ja auch der Valle hatte hier seine Probleme aber mit einer X-ADV?





Sehr gut gefiel mir ein längeres beinahe ebenes Stück einer Bergflanke entlang, einfach zauberhaft und natürlich darf immer mal wieder geschnakt werden bei diesem Gegenverkehr, so wurde ich auch auf eine hohe Stufe bei einer kleinen Brücke aufmerksam gemacht, hinunter war das aber gar kein Problem.






Tja und dann denkst du beim Überqueren des Flusses du hättest es geschafft aber weit gefehlt, da geht es nochmal 2 km durch einen Canyon und stehst auf Asphalt vor einem Restaurant und einer Ruine aber danach geht’s nochmal weitere 8 km teilweise auf sehr tiefem Schotter, durch Pfützen, Sand und Wasserdurchfahrten bis zu einem neuen Hotel an einer Brücke und nun, seit neuestem asphaltierten Strasse weiter nach Theth.







Ich war erschlagen, nicht bloss von der Anstrengung, sondern auch vom Tourismus den diese neu geteerte Strasse in das Tal gebracht hat, kaum wiederzuerkennen zur Situation vor 5 Jahren oder noch früher, als es gar keine geteerte Strasse gab. Verständlich ist es ja schon, diese Bergwelt ist so unglaublich zauberhaft, steht in nichts den Dolomiten oder ähnlichen Türmen in den Alpen nach und ist noch immer unberührt im Vergleich dazu.


Yes i did it und bin fertig aber sowas von! Ich war in Theth, auf der Südroute, ich habe einige „Altlasten“ 😅 abgearbeitet und war auf über 1000 km, davon über 300 km teils sehr forderndes Offroad, quer durch Albanien unterwegs. Das alles ohne Pause in 5 Tagen, plus noch die anstrengende Anfahrt vom TET Griechenland, ich mach dann nun mal Pause.







Auch Shkodër hat sich verändert, wie gross war doch der Schock als ich vor 15 Jahren zum 1. Mal durch diese Stadt gefahren bin, sowas hatte ich zuvor noch nie in meinem Leben gesehen, da war alles auf der Strasse was sich bewegen konnte in einem für mich kaum durchschaubaren Gewusel. Ok, auch heute sind noch Pferde- oder gar Ochsenkarren unterwegs und vor allem viele, viele, ja sehr viele Radfahrer und diese werden respektiert wie ich das in kaum einer anderen Stadt erlebt habe, da wird gar verkehrt herum im Kreisverkehr gefahren, die Autos weichen aus ohne zu hupen oder sich anderer Gesten zu bedienen. Auch die Altstadt ist sehr hübsch mit vielen Kaffees und Restaurants, ich habe mich wohl gerade ein bisschen in diese Stadt verliebt.
Alles Asphaltiert, trotzdem teils sehr schöne kleine Strassen, so von der Grenze bis Virpazar, natürlich der Pass hinunter nach Kotor und dann eine schöne, schnelle Route vor der Grenze MNE-Kroatien nach Cavtat. Kein Warten am Grenzübergang!
Nur wenige Kilometer sind es von Shkodër bis zur Grenze zu Montenegro, das Anstehen am Grenzübergang wurde mir leicht gemacht, da wurde ich vom Beamten auf dem Fussweg nach vorne gewunken, andere Länder andere Sitten😅.
Kaum über die Grenze rüber bog ich rechts ab auf ein kleines Strässchen Richtung Berge, richtig schön und kurz vor dem Abbiegen auf die Hauptsstrasse auch super steil. Diese «Hauptstrasse» führt dann atemberaubend an der Bergflanke entlang, die den Shkodrësee quasi vom Meer trennt, auch diese Strasse hatte ich schon beim 1. Besuch dieser Gegend befahren, gehört einfach zu den Highlights dort, egal ob der alten Kastanienbäume, der Eselparade, der Aussicht auf See und Berge oder am Ende dem hübschen Virpazar wegen.



Nur kurz ging es dann auf die alte Passstrasse um dann bald wieder auf ein kleines Strässchen Richtung Cetinje abzubiegen, nicht mehr ganz so reizvoll, trotzdem schön! Weiter Richtung Kotor und kurz vor der Passhöhe wollte ich rechts Richtung Trebinje abbiegen, war aber leider gesperrt, das hiess trotzdem nach Kotor weiterzufahren, als Entschädigung nahm ich die alte Strasse die oben drüber führt😅. Der Ausblick hinunter nach Kotor ist natürlich gigantisch, vor allem wenn da ein Kreuzfahrtschiff vor Anker liegt, ci habe es dann aber vorgezogen Kotor und die Bucht ab Troijca zu umfahren, der erste Teil war ok, danach Kolonnenverkehr bis zur Fähre, sehr mühsam! Genauso wie das folgende Stück bis nach Herceg Novi aber danach bietet sich der einsame Umweg über Provodina und die Halbinsel an, kein Verkehr und kein Warten am Grenzübergang, ein Geheimtipp!





Auch in Cavtat war ich schon mal, ist trotz des nahen Flugplatzes ein schöner, kleiner Ort in Sichtweite von Dubrovnik aber sehr viel entspannter und günstiger, PSSST, nicht weitersagen! Ich genoss dort mal 4 Tage ohne Motorradfahren, dafür bot sich die wunderbare Terrasse direkt an der Strandpromenade perfekt als Social Media Arbeitsplatz an.
Rückreise
Alles Asphalt, trotzdem sehr spezielle und zügige Route praktisch ohne Verkehr, so ging es also von Aussicht auf Dubrovnik 300 km nördlich zum Eingang der Krka-Wasserfälle.
!! Von Ivanica km 20 bis kurz vor Hutovo km 85 verläuft praktisch die ganze Strecke auf einer ehemaligen Bahntrassee!!
Noch bevor ich Dubrovnik erreichte zweigte eine Strasse rechts nach Trebinje in Bosnien ab und nur ein paar Meter nach dem Grenzübergang biegt ein kleines Strässchen links ab. Schon nach wenigen Metern kam mir die Linienführung etwas seltsam vor, lange Geraden durch Hügel und gleichmässige Kurvenradien, genau, ein Wegweiser bestätigte es, da handelte es sich um eine Alte Bahntrassee die zum Radweg ausgebaut wurde. Wie so viele Jungs in meinem Alter wollte ich als Kind Lokführer werden, ihr könnt euch das Grinsen im Helm vorstellen als ich dann über 60 km am Stück auf dieser alten Bahntrassee fuhr, endlich mal Lokführer sein😊 Nebenbei waren da 3 Autos und 4 Paare auf Fahrrädern unterwegs….




Ab Hum führt die Route beinahe 50 km einer Bergflanke entlang einer weiten Flussebene, teilweise auf einem hohen oder steil abfallenden, schmalen Bahndamm, da ist also beim Kreuzen Vorsicht geboten. Da und dort könnte man wohl noch ein paar Meter auf dem alten Schotter zurücklegen, das habe ich weggelassen, es war Vergnügen genug, auch die Route hinunter zum Svitavasko Jezero.



Bis Vergorac würde ich heute wohl eine andere Route nehmen, mit der Passstrasse nach Zagvozd lääst sich dann aber gut Kilometer fressen, das gilt auch für die folgenden Strecken die immer in Sichtweite der Autobahn sind aber über sehr viele schöne verkehrsarme Nebenstrassen führen.


Nach vielen zügigen Kilometern durch das dalmatinische Hinterland taucht man plötzlich in den Fjord von Skradin ein, also die Türe zum Krka-Nationalpark, wieder so ein Moment der sich ins Gedächtnis brennt, auch der Besuch des kleinen Ortes ist auf jeden Fall zu empfehlen.
- 20 km, Mali Alan Pass von km 75 bis km 95, teils recht weich und tief, Schwemmgut von starken Gewittern, in diesem Zustand eher schwierig, SG 3-4 (ACT
- 23 km von km 170 bis km 193, auch hier teilweise tief von Starkregen, zudem Waldarbeiten, SG 3-4 (ACT)
- 7 km von km 233 bis km 240, Stolac, eigentlich wunderschöner Kiesweg, 2-3 tiefere Stellen mit bisschen Schotter, moderat, SG 3 (teilweise ACT)
- 3 km von km 243 bis km 245, eher einfache Waldstrasse, teilweise bisschen scharfkantige grössere Steine, moderat, SG 3
- 12 km von km 286 bis km 298, einfache Waldstrasse, sehr schön, leichte Gewitterschäden, viele Äste und grosse Steine liegen auf dem Weg, moderat, SG 3
Heute nochmal über 60 km Offroad über den Mali Alan durch Winnetous Land und dann natürlich auf vielen kleinen Strassen über den Velebit, viel Wald aber mit traumhaften Ausblicken sobald sich eine Lücke auftut. Seit 2014 befahre ich Schotterstrassen in Kroatien und so mutet es ein bisschen seltsam an, dass nun ein grosser Teil dieser Etappe zum ACT geworden ist, zumal ich mir diesen für 2024 vorgenommen hatte, jänu dänn!
Raus aus dem «Fjord» bei Skradin auf einer hübschen, kurvigen Strasse und dann geht es lange über lange Gerade bis kurz vor Medvida, diese kurvige Strasse hinunter nach Obrovac fahre ich immer wieder gerne und schon ist man in Winnetou’s Land, in diesem Canyon wurden einige Szenen für verschiedene Filme gedreht. Kaum die Hauptsstrasse D54 überquert, führt eine sehr kurvige, hübsche Strasse hoch zum Autobahntunnel und ab dort unbefestigt und einfach atemberaubend schön hoch zum Mali Alan, diese Route ist Teil des ACT. Wohl wegen Starkregen war die Schotterpiste teilweise sehr tief und nicht ganz einfach zu fahren.


Sehr zügig ging es dann auf der Hauptstrasse über Gospic und den Pass Richtung Karlobag, wobei dieser Ort und die dahinterliegende Insel Pag nur von oben bestaunt werden können, denn schon nach ein paar Kehren zweigt wieder eine kleine Strasse rechts ab und führt quasi versetzt zurück zu Passhöhe. Von dort führt die für mich wohl spektakulärste Strecke über 20 km unbefestigt Richtung Krasno, zuerst auf eher tiefem Schotter durch bizarre Felsformationen, später auf teilweise tiefen und schlammigen Pisten durch den Wald.



Noch bevor es wieder (superschön) hinunter an die Magistrale, der Küstenstrasse ging, zweigte rechts wieder ein Kiesweg ab (seit Gospic befand ich mich auf dem ACT) und nach etwa 2 km verliess ich diesen Richtung Stolac, dann kurz asphaltiert und später wieder auf einer Waldstrasse nach Vratnik, eine hübsche Alternative zum ACT.


Von hier verläuft meine Route über 60 km parallel und teilweise in Sichtdistanz zum ACT aber immer ein paar Höhenmeter höher bis ich nach etwa 50 km wieder auf einen Waldweg abbog, sehr schön, viele Kurven aber recht versehrt durch ein Gewitter das viele Äste auf dem Weg hinterliess, bis ich kaum wieder auf Asphalt eine Wahnsinns Aussicht auf Krk und die Küste genoss, hier traf ich dann auch wieder auf den ACT.

Opatija ist eine Küstenstadt an der Adria und war ein angesagtes, mondänes Seebad und Winterkurort der Donaumonarchie im 19. Jahrhundert. Das Lungamare ist eine Küstenpromenade mit Blick auf die Stadt und die benachbarten Inseln.
Heimreise, alles Asphalt über viele Dolomiten-/Alpenpässe.
Ab nach Hause, zuerst auf kleiner Strasse quer und schnell durch Istrien, dann auf der Autobahn schnellsten nach Conegliano und schliesslich über Passo San Boldo, vorbei am Lago del Mis, der Forcella di Franche, Passo San Pellegrino, Passo di Costalunga, Bozen, den Ofen-, Flüela und Wolfgangpass nach Landquart, huch, ja das geht eben auch mit der Aprilia im Gegensatz zu leichteren Motorrädern, die wohl Offroad einfacher zu fahren wären…..













Wir haben erst heute deinen Seite wieder einmal besucht – es war uns eine Freude dich kennengelernt zu haben und helfen zu können.
Viele Grüße und vielleicht sieht man sich mal wieder abseits der Straße.
Angelika und Dirk
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Hey Ihr beiden, sehr schön von Euch zu hören☺️.
Leider komme ich überhaupt nicht vorwärts mit Videos schneiden, bin wohl einfach zuviel unterwegs aber freue mich schon jetzt auf die Episode mit Euch!
Schon bald, im Dezember geht’s wieder los auf grosse Reise, diesmal für 4 Wochen in die Anden nach Chile und Argentinien, wäre natürlich toll euch mal wieder zu begenen. Was sind denn eure Pläne?
Liebe Grüsse und bleibt in Kontakt
Martin
Habe eben eure Homepage gesehen, ihr seid aus dem Harz? Ihr kennt nicht etwa den Steffen Weber und die Motorradfreunde Harz? Wäre ja ein toller Zufall😀.
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