Balkan 2023, Anfahrt und Griechenland

Anfahrt

Seit 2006 war ich regelmässig (alle 2-3 Jahre) im Balkan (vorwiegend Kroatien) unterwegs, hatte gar mal einen Sprachaufenthalt in Zadar genossen aber nun war es schon 5 Jahre her seit meinem letzten Besuch, höchste Zeit also mich wieder in das fantastische Karstgebirge zu begeben. Der Plan war grundsätzlich mit der Fähre nach Patras zu fahren, in Griechenland dann den ACT, danach vor allem einige Pendenzen in Albanien zu erledigen, dabei sicher den einen oder anderen TET-Abschnitt mitzunehmen und schliesslich langsam nach Hause zu tuckern, dafür sollten die insgesamt knapp 4 Wochen eigentlich reichen.

Da ich die letzten Reifen vor und während der letzten Spanientour aufgezogen hatte war da nicht mehr viel Profil drauf aber bis Ancona sollte das reichen und so bestellte ich schon von zuhause aus ein neues Set um diese Reifen dann in Ancona, vor dem Verladen auf die Fähre, wechseln zu lassen.

über 4500 km, davon etwa 550 km unbefestigt

Der ACT ist jeweils gelb und der TET in magenta markiert, ein Klick auf die Karte zeigt diese gross, ein Klick auf Routenname und Distanz führt zu Wikiloc und der herunterladbaren .gpx Datei. Die Schwierigkeitsgrade (SG) beziehen sich auf die bekannte Denzel-Alpenstraßen-Skala.

Anfahrt

Zürich – Crema

Distanz: 354 km

alles Asphalt

Am ersten Tag ging es zügig durch die Viamala und den Splügenpass runter bis Crema wo ich total verschwitzt ankam aber leider niemanden in der reservierten Unterkunft vorfand, telefonisch erreichte ich auch keinen, zu alledem glich diese Unterkunft eher einem Flüchtlingszentrum und so sah ich mich genötigt eine weitere Unterkunft zu buchen, das würde sich mit Booking ja dann schon klären lassen. Dem war schliesslich leider nicht so, die Besitzerin der ursprünglich gebuchten Unterkunft meldete sich 2 Stunden später, verstand meine Bedenken überhaupt nicht, sie könne ja nicht den ganzen Tag auf mich warten und liess auch sonst nicht mit sich reden um mir den bezahlten Betrag zurückzuerstatten, schöner Beginn!

Distanz: 365 km

Etwa 20 km unbefestigt:

  • Rund um Commessagio (km 95) ein paar Kieswege
  • Ein paar km bei Km 316, Bora Bassa

Auf zu neuen Abenteuern, auch wenn die Berichte der Überschwemmungen in Griechenland nichts Gutes verhiessen. Trotzdem habe ich guten Mutes erstmal die Poebene von West nach Ost auf vielen kleinen Strassen, teilweise gar offroad durchquert und gegen Abend noch ein paar Hügel hoch nach San Marino mitgenommen.

In San Marino war ich schon einmal vor X Jahren, damals war es aber zu spät um die Altstadt zu erkunden, diese ist sehr touristisch aber durchaus einen Besuch wert. Man kann da durchaus zu Fuss hochgehen, viel einfacher ist dies natürlich mit der Luftseilbahn, da kann auch die bezaubernde Aussicht auf die Adria genossen werden.

Distanz: 188 km

Etwa 25 km unbefestigt:

  • Zu Beginn zweimal Ende bei Bauernhof
  • 20 km zwischen Cagli und Pergola

Ich liess es mir nicht nehmen noch ein paar Strade Bianche mitzunehmen, zu Beginn zwar noch 2-3 krass geschottert, war adann ber immer Ende der Fahnenstange bei Bauernhöfen. 

Der Rest dann wunderschön und easy, inklusive 20 km unbefestigter Abstecher von Cagli nach Pergola, nicht mal das Reh liess sich beim äsen stören und zu guter Letzt gab es in Ancona noch neue Finken an die Aprilia😀. 

Die alten Reifen hielten immerhin: vorne > Michelin Anakee Wild, 10500km, hinten > Dunlop Trailmax Raid, 5000km. Beide hätten wohl noch min. 1000km gemacht, ich wollte aber nicht in der griechischen Pampa auf Reifensuche gehen.  Seit den langen Strecken in den Anden hatte ich nie mehr solche Laufleistungen auf einem Reifen wie mit dem Michelin, deshalb gab es wieder für beide den Anakee Wild.

Ein böses Erwachen gab dann es aber leider beim Warten auf die Fähre, da sah ich plötzlich einen Ölfleck unter dem Hinterrad, der Kettenöler leckte. Das hatte wohl der Lehrling beim Reifen wechseln was rausgerissen, deshalb dauerte es auch doppelt so lange wie versprochen, gesagt haben mir die Jungs aber nichts, echt doof. Da stehe ich nun mein das Motorrad kleckert und um die Fähre nicht vollzusauen, hiess das leider den Öler dichtzumachen und auf Kettenspray umzusteigen, sehr ärgerlich, genau deswegen hatte ich eine neue Kette montieren lassen….

Tja, ein Unglück kommt selten allein, denn langsam erreichten mich auch die Bilder und Nachrichten der Überschwemmungen in Griechenland, das hiess sicher mal Planänderung, mal Ankommen in Patras und dann weiterschauen was geht.

Griechenland

Distanz: 210 km, alles TET 

31 km unbefestigt: 

  • 5 km von Ann Mousoura nach Kefalovryson (km 62 – km 67) teilweise recht grobe Abfahrt, wird aber zur Zeit gerade ausgebessert, (SG 3-4) 
  • 20 km von Katochi bs zum Port Platyglyali (km 85 – km 105), zuerst einfache Feldwege, nach Valtion teils recht grobe und sehr scharfkantige Steine, habe mir platten Reifen geholt (SG 3-4) 
  • 6 km von Varnakas nach Vatos (km 159 – km 165) bei Regen einige Wasserquerungen, teilweise recht grob aber gute Fahrspur (SG 3-4) > Achtung TET macht zuerst ab km 154 Umweg, teilweise sehr grober Aufstieg, habe abgebrochen (SG 4)

Lichtblick am Horizont, den ACT durch die Berge verschiebe ich mal und schaue was auf dem westlichen Teil des TET so geht, gemäss einheimischen Quellen müsste der machbar sein. Bin gespannt.

Da hat mir mein Navi wieder eine seltsame Route raus aus Patras gemacht, jedenfalls ging es dann doch über die grosse Brücke (Maut) rüber auf die Nordseite des Golfes von Patras und dort auf der breiten Küstenstrasse bis Mesolongi. Dort zweigte dann ein eher kleines Strässchen ab in ein kleines Bergdorf und dort musste ich erstmal die richtige Piste finden, die dann wieder teilweise recht grob hinunter Richtung Etoliko führte, trotzdem ein schöner Einstieg.

Viel einfacher aber nicht minder speziell dann die Pisten durch eine Sumpflandschaft nach Katochi aber kaum einen Kanal überquert wurden die Steine grober und scharfkantiger, eine schöne Route die dann plötzlich einen Ausblick auf einen grossen Hafen mitten im Nirgendwo hergab. Sehr seltsam, ein Kreuzfahrtschiff, einsam, kein Ort in der Nähe, alles eingehagt, nur ein Grosser Parkplatz und ein Abfertigungsgebäude davor. Kaum hatte ich mich sattgesehen und wieder in Bewegung gesetzt fühlte sich die Aprilia sehr seltsam an und kurz darauf bestätigte sich mein erster Verdacht, ein platter Hinterreifen. So mitten in der Pampa wollte ich den nicht reparieren und dachte ich fahre mal schnell an den Hafen, das ging dann aber wohl über 1 km um diesen rum. Beim Pförtner fragte ich dann nach einer Werkstätte, die gab es im übernächsten Ort, 20 km! entfernt (thank you Spiros!), so versuchte ich den Cut halbwegs dicht zu bekommen und dorthin zu gelangen, sehr nett haben die mir dann den Reifen am späteren Samstagnachmittag spontan geflickt.

Nun ging es zurück auf den TET bei Varnakas auf eine sehr herausfordernde Piste, am gegenüberliegenden Hang sah ich dann aber einen anderen Weg, so fuhr ich zurück nahm die Alternative, die war nett genug um nicht vernachlässigt zu werden, ein hübsches Stück auf einen Pass hoch zu einer Gedenkstätte. Von dort war es grösstenteils wieder asphaltiert, die Stimmung im Abendlicht aber trotzdem atemberaubend bis hinunter nach Vatos.

Amfilochia ist ein hübsches, kleines Städtchen befindet sich an einem südlichen Ausläufer des ambrakischen Golfs und ist einem Amphitheater nachempfunden in die Küstenhänge gebaut.

Distanz: 237 km

29 km unbefestigt: 

  • 9 km unbefestigt von km 49 – km 58 Chalkiopouloi, eher schmale Schotterpiste (SG 3-4) 
  • 14 km von Perdikakion bis Patiopoulo km 91 – km 105, eher einfache, teilweise breite Waldstrassen, letzter Abstieg paar enge Kehren, sehr schön, moderat (SG 3) 
  • 3 km unbefestigt hin und zurück von km 134 – km 137, kurz vor Melatai Aufgabe, sehr steil, sehr ausgewaschen (SG 4-5)

Gestern noch immer von Pech verfolgt, im 2. Offroad Abschnitt platten Reifen geholt (zum 1. mal nach etwa 8000km Offroad seit 2017), danach kaum mehr Zeit die superschönen Ecken im Westen von Griechenland zu fotografieren, das habe ich heute von Amphilochia nach Ioannina nachgeholt.

Nach 50 km hatte ich jedoch genug vom Asphalt und bog auf eine kleine Piste ab die wunderbar in meine geplante Richtung führte, schon bei der ersten Siedlung wurde ich aber mal wieder von einem Hirtenhund attackiert und fand glücklicherweise auch den richtigen Weg um nicht nochmal umdrehen zu müssen. Ein sehr hübscher kleiner Pass war das. Der ganze Tag bestand aus Improvisation, so fand ich bei Perdikakion ein hübsches Strässchen in die Berge, nach ein paar km auch unbefestigt bis zu einer Kreuzung im Wald, die geplante Route geradeaus schien mir dann aber zu wild und so fragte ich ein paar Pilzsucher welche Piste denn am besten zu nehmen sei. Leider konnte keiner von denen englisch, geschweige denn eine andere Sprache die ich verstehe aber mit Händen und Füssen zeigten sie mir die richtige Route zurück in die Zivilisation, das war aber auch eine sehr einfache und wohl frisch ausgebaute Waldstrasse die nicht mal mein Navi kannte.

Da der TET wie der ACT quer durch die vom Unwetter versehrten Berge führt hatte ich mir für den heutigen Tag eine eigene Route zusammengestellt die nicht so weit ins zerstörte Gebiet führen sollte. Schon den ersten geplanten Offroad-Abstecher musste ich nach einer Besichtigung zu Fuss bleiben lassen, zu viel Geschiebe und grobe Steine, da musste ich zuerst wieder Vertrauen in den geflickten Reifen finden.

Kurz vor Melatai versuchte ich es nochmal mit einem Offroad-Abstecher, der schien mir eigentlich von Anfang an zu wild und zugewachsen aber immer an der Grenze zum für mich fahrbaren. Dies änderte sich kurz oberhalb des Dorfes, zu steil, wohl weit über 20% Gefälle bei losem Schotter und tiefen Gräben, ne ne, da hatte ich gerade noch rechtzeitig angehalten um auch wieder drehen zu können.

Die letzten 100 km bis Ioannina blieb ich dann auf Asphalt, hätte sicher noch gerne ein bisschen Kies mitgenommen aber auf Experimente hatte ich keine Lust mehr, zumal diese wunderschöne Berglandschaft wohl auch zu felsig und steil für kleine unbefestigte Strassen ist.

Distanz: 217 km

26 km unbefestigt: von km 55 bis km 157 alles TET 

  • 20 km von Anthousa km 112 bis km 132, schwer, teilweise sehr ausgewaschen nach den Unwettern 12.9.23 (SG 4) dazu einige kläffende Hirtenhunde 
  • 6 km inkl. Rückfahrt da kein Durchkommen. Eigentlich schöne spektakuläre Waldstrasse aber wegen Felssturz unterbrochen

Was für eine fantastische Bergwelt, bin total geflasht, zumindest so lange die verdammten Hirtenhunde ruhig bleiben. Hatte heute mehrere unfriendly Begegnungen.

Heute ging es zuerst über einen Umweg in die gleiche Schlucht wo ich gestern hergekommen bin, diesmal allerdings bis ganz runter und dort habe ich die Bogenbrücke von Plaka angeschaut, da diese aber vollständig restauriert wurde, gab sie für mich nicht allzuviel her. Ein paar Kurven später war ich wieder auf dem TET, den ich heute über 100 km vollständig fahren wollte, erstaulicherweise war da aber sehr viel Asphalt dabei, dafür gings auf den höchsten Pass Griechenlands (Baros-Pass, 1905m), einfach ein Spektakel diese Berge, die Alpen oder Pyrenäen lassen grüssen und ich tat das mit dem Linesman des TET Kosovo den ich dort oben traf.

Auf der Abfahrt galt es vollste Konzentration zu bewahren, immer wieder langen grosse, scharfkantige Gesteinsbrocken auf der Strasse. Kaum unten führte ein kleines Strässchen zu einem Dorf (Anthousa) und kurz davor zweigte der TET dann erstmals auf eine unbefestigte Forststrasse ab. Diese wurde je länger desto ausgewaschener, an einer besonders argen Stelle musste ich mal wieder zu Fuss einen Augenschein nehmen und hörte weit oben im Wald Hundegebell. Beim Losfahren war dann wieder Ruhe, doch 5 Minuten später kam auf einer Waldlichtung wieder so ein Vieh kläffend auf mich zugeschossen, mit Gas geben war nix, musste ich doch einen scharfen linken Abzweiger nehmen und so schoss ich voller Adrenalin auf der Hupe über diese sumpfige Wiese.

Die Piste war arg von den Gewittern in Mitleidenschaft gezogen worden, offenbarte aber, kaum hatte ich mal tief Luft geholt, unglaublich schöne Ausblicke auf die Bergwelt, genauso wie ich sie liebe, ein TRAUM! Die Abfahrt wurde nochmal zur Herausforderung, zumal ich auf dem Pfad weiter unten eine Schafherde ausmachte, die Hunde konnten ja nicht weit sein, liessen mich aber scheinbar uninteressiert passieren, Mann war ich erleichtert!

Die Weiterfahrt Richtung Metsovo zeigte in den Wäldern eine unglaubliche Zerstörung, so war ich überhaupt nicht unglücklich einen Offroad-Abstecher des TET verpasst zu haben. Weiter ging es hoch zu einem Pass (die Autobahn führt unten durch den Tunnel) aber was heisst Pass, das war ein Skigebiet (Anilio Ski Center), weiter ging es nur noch auf Skipisten. Naja, da war noch eine schöne Waldstrasse Richtung Norden, eigentlich sehr schön zu fahren, meist ein bisschen tief, seltsam tief dachte ich noch, da stand ich vor einem veritablen Felssturz, die Arbeiten waren leider noch nicht abgeschlossen, so dass ich den ganzen Weg bis Metsovo zurückfahren musste und den Tag dann mit dem atemberaubenden Ausblick auf den See bei Ioannina abschloss.

Heute kein Offroad und lange sehr öde vor lauter Wald die Bäume nicht mehr gesehen, hat sich angefühlt wie im Schwarzwald. Am Nachmittag dann einiges über 30 grad, definitiv zuviel, habe trotzdem noch die eine oder andere schöne Ecke gesehen.

Eigentlich hatte ich mir viel mehr erhofft, das Tal das östlich von Ioannina Richtung Norden führt war noch hübsch, allerdings fühlte ich mich bald schon wie im Schwarzwald, ausser Bäumen sah ich gar nichts, über 1 Stunde bis Vovousa und danach nochmal einen ganzen Pass hoch bis zum TET den ich dort wieder nehmen wollte. Die Passhöhe bot einen schönen Ausblick, die Piste versprach eigentlich Gutes aber da waren plötzlich wieder diese scharfkantigen Steine, zudem versprach der Blick auf die Karte weitere Stunden im Wald, da zog ich es vor zurück auf Asphalt das Stück zu umfahren.

Irgendwie mochte mich diese Runde nicht zu begeistern, wobei ich dann doch nochmal einen Einstieg in den TET wagte, bei einem Kloster aber angesichts des schmales Pfades der in den Wald führte aufgab und mir dann aber zum Dessert noch einen Blick in Vikos-Schlucht gönnte, dann aber vor allem auch die geschichteten Felstürme auf dem Weg dorthin bestaunte.

Ioannina ist die Hauptstadt der griechischen Region Epirus. Ihre Einwohnerzahl liegt bei 113.978. Das Zentrum der Stadt ist von engen Gassen und vielen alten Gebäuden aus osmanischer Zeit geprägt. Die sehr lebendige Stadt hat mir sehr gut gefallen, traumhaft an einem See gelegen, Mitten in den Bergen, da wurde aus einer Übernachtung gleich deren 5.

Distanz: 192 km

42 km unbefestigt: 

  • 10 km (von km 45 – km 55) zuerst TET bis zu einer Stromverteilstation, teilweise sehr steil, loses Kies, teilweise tief, dann breite Piste hoch zu den Windrädern, der Abstieg dann sehr steil > 20%, nach der 2. Kehre sehr ausgewaschen, (sehr) schwer (SG 4) 
  • 6 km TET (km 66 – km 72), schmale, steile Piste, wurde aber eben neu gegradet, moderat SG 3-4 
  • 10 km von Anavryton (km 92 – km 102) zu Beginn schön und einfach, nach Abweiger alles drin, viel Schotter, Schlamm, steil, Gebüsch, moderat SG 3-4 
  • 12 km TET (von Kerasochori km 122 – km 134), sehr abwechslungsreich, teils recht ausgewaschen und steil, die Abfahrt eher tief, moderat SG 3-4 
  • 4 km TET von Sagiada km149 bis km 153 / Grenze teilweise recht grob und ausgewaschen aber nur kurze Abschnitte, moderat SG 3-4 
    Habe einige TET Abschnitte ausgelassen, zu wenig reizvoll (viel Wald) und zu heiss > 30grad

Ganz schlechter Start in Albanien, hatte noch heute früh Hotel in Sarandë gebucht, bis zur Grenze mit europäischem Datenpaket Ankunftszeit durchgegeben und bestätigt bekommen, da stehen ich und 2 Franzosen vor verwaister Rezeption, die allerdings schon über 1h. Nach 45 Min. habe ich mir einfach Schlüssel zu einem Zimmer genommen, 2h später immer noch niemand da, per Zufall WiFi entdeckt und Nachricht bekommen, dass ich genau das richtige Zimmer habe😅. 

Danach auf zum SIM-Kartenkauf, die gute Frau meinte, es dauere 45 min bis zur Aktivierung, nach 1,5 h immer noch nichts, dafür Laden zu. Ein anderer verkaufte mir dann nochmal ein Daten-Paket und so habe ich wieder Kontakt mit der Welt und weiss ab wann es morgen Frühstück gibt… das war die Kurzfassung, war natürlich alles viel aufregender, auch der Sturz der Maschine in Griechenland und deren erneutes hinunterwuchten am 35 Grad heissen Geröllhang, kenne ich doch irgendwie….

Raus aus Ioannina und dann schon bald auf einsamen Strassen Richtung Nordwesten bis zum TET und dort dann gleich mal sehr steil hoch bis zu einer Stromverteilstation. Der TET bog da dann links ab auf eine immer noch sehr urchig scheinende Piste, ich entschied mich deshalb mal die breite Kiesstrasse hoch zu den Windrädern zu nehmen, oben angekommen fand ich allerdings keine Route die mir plausibel schien um die Windräder hochzubringen. Da nahm ich mal die mit dem geringsten Widerstand, die war zwar sehr steil, schien mir aber fahrbar, wenigstens bis zur zweiten Kehre, ab da war es sehr tief und ausgewaschen, so versuchte ich mir zu Fuss mal eine Route durch den Schotter zu merken und einen Teil des Gepäcks ein Stück runterzuschleppen. Beim Hinstellen des Motorrades rutschte die Aprilia jedoch trotz eingelegtem Gang über den Seitenständer hinweg, ja so steil war es und tief, das bedeutete mal wieder ein unglaublich schweisstreibendes Intermezzo bei über 35 Grad bis dieses Stück dann unbeschadet überstanden war.

Die nächsten Offroad-Abschnitte des TET waren soweit alle gut zu fahren, oft sah man allerdings nur Büsche links und rechts, kaum Ausblicke, deshalb liess ich den einen oder anderen Abschnitt auch aus.

Hinauf nach Kerasochori zog ich die asphaltierte Strasse über viele viele Kehren vor, ab dort erwartete mich dann eine sehr reizvolle Fahrt über einen Pass, sehr abwechslungsreich, die Abfahrt über viele Kehren mit wunderbaren Ausblicken weit hinunter bis ans Meer.

Ab Sagiada nahm ich noch ein letztes Mal griechischen Schotter unter die Räder, eine schöne Piste der Bergflanke entlang, quasi eine geschotterte Küstenstrasse mit Aussicht auf die tiefblaue Adria und Korfu im Hintergrund, wunderbar!

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