Iberico 2022, auf viel TET durch den Norden

7 Wochen durch Südwesteuropa mit Teilen von ACT Pyrenäen, TET Spanien, ACT Portugal. 

Seit über 20 Jahren war ich beinahe jedes Jahr in Spanien, unter anderem wegen der Pandemie und auch anderer Reisepläne (Südafrika) war die iberische Halbinsel nun nach 3 Jahren Abwesenheit überfällig. Mit der neuen Aprilia Tuareg 660 hatte ich einiges vor, viel Offroad sollte es werden. Nach dem Schrecken mit dem Sprung in eine betonierte Wasserabführrinne und dem Schrotten des Seitenträgers hatte ich im Enduropark Isabena eine Lösung gefunden. So konnte es nun weitergehen Richtung Westen und den Picos de Europa.

Die Videos zu dieser Reise gibts auf meinem Youtube-Kanal

Über 2000 km davon etwa 340 km Offroad

Distanz: 227 km

Offroad: 21 km

– 14 km TET, (km 25 – km 39) die Abfahrt nach Santaliestra y san Quilez schien mir zu krass, bin deshalb zurück SG 4 

– 7 km TET, Caballera nach Troncedo (km 62 – km 69) , sehr krass, Sand, tiefe Spuren, weiches Geröll, Schlammlöcher, Buckelpiste und Absätze gegen 20 cm wechselten im Sekundentakt, SG 4-5 

Der Rest (100 km) fantastische kleine Strassen in mehr oder weniger gutem Zustand, habe verschiedene weitere Einfahrten in Offroad-Abschnitte ausgelassen, zu krass in dieser Gegend

Heute war TET angesagt, der führte direkt am Hotel vorbei, mir wurde allerdings Angst und Bange als ich auf dem ersten kleinen Strässchen das Geschiebe sah das die letzten Gewitter auf die Strasse gespült hatten, haufenweise Kindskopf grosse Steine. Nun, so schlimm wurde es dann nicht, trotzdem machte ich nach dem ersten heftigen Anstieg rechtsum kehrt , ich wollte mich einfach nicht in Schwierigkeiten bringen, zu grob war der Abstieg.

Ein paar km weiter wieder ein schönes Strässchen zwischen Felsen hoch und oben dann beim Santuario ein eindeutiger Richtungspfeil, Todas Direcciones aber was folgte war wohl das krasseste was ich je gefahren bin, nur machbar weil es nicht wirklich steil war. Sand, tiefe Spuren, weiches Geröll, Schlammlöcher, Buckelpiste und Absätze gegen 20 cm wechselten im Sekundentakt.

Die nächsten 2 Offroad-Abschnitte liess ich dann aus, auch so war es ein krasses Stück TET, kaum ein Dorf während 3 Stunden, dafür atemberaubende Aussichten auf Canyons und die hohen Pyrenäen in der Ferne.

Huesca- Tafalla

Distanz: 222 km

Offroad: 131 km

fast ausnahmslos alles TET ab Loarre 

– 3 km ab Linas de Marcuello bis zur HU-310 (km 35 – 38) 

– 15 km ab Agüero TET gesperrt! Deshalb bis Fuencalderas (km 48 – km 63), bei trockenen Verhältnissen SG 3 

– 30 km von A-1202 bis Luna (km 70 – km 100), wenn nass nur für Profis, sonst sehr anspruchsvoll, grosse Absätze, Sand, knietiefe Löcher, loses Geröll, zum Glück nicht steil, deshalb SG 4 

– 26 km von Luna bis Farasdues (km 103 – km 129), SG 3 

– 11 km von Farasdues bis Biota (km 130 – 141), SG 3-4 

– 11 km von Biota bis Sadaba (km 142 – km 153) , der Fluss bei Biota muss nicht durchquert werden, 100 m weiter gibt es eine Brücke! SG 3 

– 10 km von Sadaba bis Figarol km 156 – km 166), SG 2-3 

– 10 km von Figarol bis Carcastillo (km 166 – km 176), kleine Abweichungen vom TET, SG 2-3 

– 5 km Abstecher bei Murillo El Fruto endet in einer Wiese mit Stroh, zu gefährlich!!! SG 3-4 

– 10 km von der NA-5311 bis Ujué (km 191 – 201)

Übernachtung in Tafalla: Hostal Arotza, sehr schönes, grosses und zentrales Zimmer, allerdings schwierig zu parken.

Heute über 130km Offroad, teilweise sehr krass, teilweise mit einer Staubwolke hinterherziehend durch Kornfelder aber beinahe ausnahmslos TET. Nochmal vorbei an den Mallos de Riglos und dann den kleineren Mallos de Agüero, den gesperrten TET elegant und reizvoll bis Fuencalderas umfahren um dann doch auf einem ganz krassen Stück TET zu landen.

Weit über 1,5h für 30km hinunter nach Luna, ganz grobes Geschütz und nur trocken fahrbar, mit mehr als knietiefen Gräben und Spurrillen, hohen Stufen und losem Geröll.

Die folgenden 60 km offroad waren dann Vergnügen pur, vorbei an Relikten aus der Römerzeit und hoch hinauf nach Ujué, so könnte es gerne weitergehen 😀.

Tafalla – Logroño

Distanz: 160 km

Offroad: 82 km

– 14 km, von NA-132 bis Sansoain (km 3 – km 17), SG 3-4, der TET geht kurz nach Einstieg über ein krasses Stück, kann gut umfahren werden 

– 11 km. Von Pueyo bis Artajona (km 32 – km 42), teilweise über Acker und kurze aber sehr steile und tiefe Abfahrt zu einem Kanal, SG 4 

– 20 km von Artajona bis Mendigorria ( km 45 – km 65), die gröberen TET Pisten habe ich umfahren, sehr schönes Gebiet mit einfachen breiten Pisten, SG 2-3 

– 27 km von Mendigorria zur NA-1110 (km 70 – km 97), der Einstieg bitte 300m weiter wählen, hier ist Sackgasse angezeigt aber über einen kurzen harten Aufstieg trotzdem machbar, danach lange einem Kanal entlang, alles gut zu fahren aber nicht besonders reizvoll, SG 3 

– 7 km von Iguzquiza bis Azqueta (km 109 – km 116), den Einstieg in ein wilderes Stück liess ich aufgrund drohender Gewitter aus, SG 2-3 

– 3 km von Villamayor de Monjardin bis NA-7400 (km 118 – km 121), SG 3

Heute kein Tag fürs Best-of Album, irgendwie kam ich überhaupt nicht in die Gänge. Schon nach 1 km offroad gab es einen Abzweiger den ich glücklicherweise ausliess, ein paar Meter weiter wäre ich kläglich gescheitert, brutal ausgewaschen das Stück. Danach ging es recht hübsch auf eine Hügelkette mit Hunderten von Windrädern, um nach 25 km wieder am Ausgangspunkt zu landen, ich dachte da wäre noch mehr Benzin im Tank. Weiter ging der TET immer urchiger, schliesslich quer über einen Acker, überhaupt nicht mein Ding aber bei Umkehr hätte die dritte Durchfahrt durch den Ausgangsort Tafalla gedroht. Kurz danach die grosse Ernüchterung, eine kurze aber sehr steile Abfahrt im losen Geröll, dachte schon ich hätte es schrittweise hinter mir, deshalb liess ich es wieder laufen bis es mir zu rutschig wurde, kurzer Stopp und weggerutscht war der Fuss im Schotter. Ich brauchte gut 7 Anläufe um Whilly wieder auf die Stelzen zu stellen aber ich hab’s geschafft, gleich danach sollte es wieder im gleichen Stil hochgehen, habe ich aber elegant durch ein Fahrverbot umfahren 🙈🫢.

Währenddessen wurden die Wolken am Horizont immer dunkler und ich hatte bei jedem weiteren Abzweiger auf den TET ein schlechteres Gefühl, 35 km vor Logroño hatte ich genug, buchte ein Hotel und fuhr schnellsten auf der Autobahn dorthin aber noch auf der Autobahn öffnete der Himmel die Schleusen, das passte irgendwie zum ganzen Tag.

Distanz: 350 km

Offroad 8 km: war als Strassenroute geplant

– 8 km, von der N-629 bis Tartales de los Montes (km 116 – km 124), einfach, SG 2-3

– kein Offroad aber sehr schön der Canyon ab Tartales de los Montes (km 125)

Für die nächsten Tage sind viele Gewitter in Nordspanien angesagt, mein Plan war deshalb mit möglichst wenig Regen an die Nordküste zu kommen um mich dort ein bisschen zu erholen. Llanes ist seit meinem ersten Besuch vor ein paar Jahren zu einem Herzensort geworden, allerdings von Logroño aus zu weit um noch offroad einzubauen und so war ich super erstaunt und erfreut als mich TomTom doch über ein unbefestigtes Pässchen führte, auch sonst waren da doch einige sehr schöne Strecken mit dabei, vor allem durch die Canyons des Ebro, wo Whilly (meine Aprilia) seinen 10’000 km feiern durfte.

Den einzigen Routenpunkt legte ich auf Orbaneja Del Castillo, faszinierend das Loch im Fels in der Form Afrikas. Nach Reinosa war dann fertig mit Wetterglück, noch bevor ich das Regenzeugs übergestülpt hatte wurden aus den wenigen Tropfen, Blitz, Donner und Hagelschauer, mal wieder…..

Distanz: 80 km

kein Offroad:

ein Abstecher endet bei einem Fahrverbot

Übernachtung in Santillana del Mar: Hotel Colegiata, sehr schönes, grosses Zimmer, etwas ausserhalb gelegen, sehr ruhig, Restaurant mit Terrasse

Die letzten 2 Tage verbrachte ich mit der vermeintlichen Behebung des Klapperns bei der Federung, leider fuhr ich vergebens nach Oviedo zu Motoviedo, trotz telefonischer Vereinbarung hatte er keine Zeit sich des Problems anzunehmen. Dazu musste ich wegen eines Vespatreffens (alles ausgebucht) das Zimmer im Hotel räumen und da das Wetter in den Bergen nach wie vor unsicher war, blieb ich in Küstennähe und fuhr nicht zu weit, um mich noch ein bisschen zu erholen und schonen für die kommenden Etappen durch die Picos de Europa.

Distanz: 177 km

Offroad: 47 km

– 9 km TET von Ruente bis zur CA-182 (km 28 – km 37), meist einfach aber 2-3 schwierige Abschnitte, vor allem bei/nach Regen, SG 3 

– 11 km (TET teilweise) von der CA-182 bis Rozadio (km 37 – km 48), moderat, SG 3 

– 12 km TET von der A-286 bis Quintanilla (km 58 – km 70), teilweise recht steil, moderat-schwer, SG 3-4 

– 15 km (TET) teilweise einfache Alternative von Cires bis San Pedro de Bedoya (km 80 – km 95), Aufstieg einfach, von km 85 – km 88 sehr schwer, steil, ausgewaschen, Steine, Löcher mit Schlamm, Abfahrt sehr steil, SG 4

Back on the Road oder besser off the Road, schon früh gabs bei Ruente den ersten Abstecher auf den TET der von Santander Richtung Oviedo führt. Ein wunderbares Strässchen, perfekt um sich aufzuwärmen , allerdings dauerte das viel länger als zuerst angenommen, wurde auch richtig steil und führte quasi über eine Alp auf eine Passhöhe. Dort ging’s gleich offroad weiter, der TET bog kurz darauf rechts ab, mir schien das aber zu nass und matschig nach all dem Regen. Ein Jäger der gerade vorbei kam riet mir auch davon ab und zeigte mir eine easy Route hinunter nach Rozadio.

Der nächste Einstieg in den TET folgte bald und recht steil, in wenigen Metern war ich weit über der Passstrasse nach Quintanilla , auch diese Piste war eher moderat vom Anspruch her. Nicht aber der Einstieg auf das nächste Stück, das liess ich aus und fuhr um den Berg herum und fand von Cires aus wunderbar zurück zum TET. Auch hier waren Jäger am Werk und als es richtig grob wurde war ich sehr froh zu wissen, dass helfende Hände in der Nähe wären, ohne dies hätte ich wieder rechtsum kehrt gemacht, zu krass war der oberste Abschnitt, die Abfahrt nach San Pedro de Bedoya war dann unglaublich steil aber gut unterhalten.

Mein Plan (gemäss 2 Tracks) war dann via Bejes nach Sotres rüber in den Nationalpark Picos de Europa, leider wurde mir dies durch ein Fahrverbot verwehrt, ich probierte dann noch ein kleines Strässchen das mich zurück nach Tama geführt hätte aber dieser befestigte Weg war so unglaublich steil, wohl über 30%, dass ich das Vorhaben bei einem Weiler unterhalb der Passhöhe aufgab. Morgen soll dann das eigentliche Highlight folgen, bin super gespannt 😊.

Distanz: 217 km

Offroad: 15 km

– 15 km von Sotres bis Espinama, km 5 – km 20) , die Traumstrecke schlechthin, sehr schwer in dieser Richtung, einige sehr grobschottrige Abschnitte und sehr viele Wanderer die gerne auf der idealen Spur gehen, SG 4 

– der Übergang von Fuente Dé nach Santa Maria de Valdeon ist leider mit Fahrverbot belegt 

– sehr schön von Posada de Valdeon nach Caín

Der heutige Tag sollte das Highlight oder zumindest eines der Highlights meiner Iberico Tour werden, waren doch die Bilder die ich in diversen Videos sah, Anlass für diesen Trip. Picos de Europa, diese Messerscharfen Felswände die innerhalb des kantabrischen Gebirges in den Himmel ragen, sind Ziel unendlich vieler spanischer Touristen, über Spanien hinaus zum Glück noch nicht so bekannt. Übernachtet hatte ich schon im Aufstieg nach Sotres, von dort führt dann die einzig legal befahrbare Piste hinüber nach Espinama und wie sie es tut, im obersten Teil auf einem Kamm, auf beiden Seiten flankiert von hohen Felswänden, davor aber überaus anspruchsvoll mit einigen sehr grobschottrigen steilen Passagen wo zudem auch der Weg zwischen den Wanderern hindurch gesucht werden muss und diese stehen auch gerne in der idealen Spur, was ich ihnen natürlich überhaupt nicht übel nehme. Natürlich können diese Wanderer auch durchaus hilfreich sein, nämlich dann wenn ich meinen Whilly mal wieder in die gröbsten Steine steuere und dort den Halt verliere….

Leider konnte ich diese Fahrt nicht gebührend geniessen, zu übel klangen die Geräusche aus der Gabel, so als würde nächsten etwas in die Brüche gehen.

Auf der Abfahrt gesellten sich dann 2 weitere Offroader zu mir, leider konnten sie auch nicht schlüssig eruieren woher die Geräusche kommen, trotzdem versuchten wir noch gemeinsam von Fuente Dé nach Santa Maria de Valdeon rüberzufahren, leider stoppte ein Fahrverbot unser Vorhaben. Dies bedeutete einen Umweg von über 50 km, trotzdem schön und noch schöner der Abstecher nach Cain in die Schlucht des Rio Cares, weiter gehts nur noch zu Fuss aber sicher empfehlenswert, dies werde ich bestimmt einmal nachholen.

Distanz: 277 km

Offroad: 27 km

– 27 km Pista de la Vecilla, km 172 – km 199) einfache Piste durch einen Wald, kreuzt den TET, SG 2-3 

– Von den Hoces de Vegacervera hatte ich mir mehr erhofft

Das Problem mit dem Klappern ist gelöst, meine erste Befürchtung hatte sich bewahrheitet, es war „bloss“ ein loses Lenkkopflager. Irgendwie kriegt das Aprilia nicht hin die Schrauben so anzuziehen dass sie auch noch nach Offroad-Fahrten festsitzen, bei mir hatte sich ja schon die Schraube zum Starter gelöst….. und sehr schade haben 2 Werkstätten (u.a. Aprilia Oviedo/ motoviedo) das Problem nicht richtig eruiert, Oscar von Motomecanica Suspensiones Leon hatte das nach 30m gemerkt! 1 h später konnte ich wieder los, muchas gracias Oscar!

Oscar gab mir dann noch einige Offroadtipps und da ich eh noch die Hoces de Vegacervera anschauen wollte, kam der eine sehr gelegen, eine gute, breite 27 km lange Piste durch den Wald zwischen Castrillino und Campohermoso, ich staunte nicht schlecht als ich dabei den TET kreuzte.

Distanz: 305 km

Offroad: 4 km

– 4 km, von Torrestio zum Alto de la Farrapona (km 84 – km 88), leider wird diese Strecke ausgebaut und asphaltiert, des Baustelle auf ganzer Strecke, SG 2-3 

– div. Einstiege in den TET, waren mir alle zu krass (Aprilia Tuareg mit viel Gepäck)

Übernachtung in Ponferrada: Hostal RIO SELMO, super Hostal, sehr grosses, modernes Zimmer, recht günstig

Heute leider eher enttäuschend, zum Glück hatte ich noch nachgefragt bei #petersjourneythroughtheworld wo genau eine seiner schönen Aufnahmen entstanden ist, sonst hätte ich den Somiedo Naturpark und das Highlight heute voll links liegen gelassen. Den TET hatte ich 3x versucht, war mir aber immer zu krass, irgendwie war ich heute zu erschöpft um mich auf Abenteuer einzulassen. Deshalb gut 300 km auf Asphalt, vorbei am Club Náutico de Leon der auf dem trockenen sitzt, dann zauberhaft hoch zum Alto de Farrapona aber je mehr Richtung Ponferrada desto mehr einfach bewaldete Hügel, nicht so mein Ding, sehe jeweils vor lauter Bäumen die Landschaft nicht.

Hinterlasse einen Kommentar