Spanien 2023, in Küstennähe durch Andalusien

Immer in Küstennähe quer durch Andalusien mit einem 5-tägigen Schwerpunkt in Álora nahe Malaga

knapp 1600 km, davon etwa 600 km unbefestigt

Die paar Tage Ruhe in Ayamonte haben gutgetan, durchaus hübsch dieses kleine Städtchen, doch nun sollte es wieder voller Elan auf die Pisten Andalusiens gehen. 

Die Ruta 47 ist jeweils gelb und der TET in magenta markiert, ein Klick auf die Karte zeigt diese gross, ein Klick auf Routenname und Distanz führt zu Wikiloc und der herunterladbaren .gpx Datei

Distanz: 293 km

Etwa 30 % unbefestigt:

  • einfacher Beginn auf TET an portugiesischer Grenze, teilweise aber sehr sandig, habe dann einfach Piste nebenan genommen.
  • Ruta 47 und TET bis Almonte alles einfach, teilweise vielleicht bisschen sandig 
  • el Rocio unbedingt sehenswert, ganzer Ort nur Sandpisten, sieht aus wie wilder Westen.
  • Fähre bei Coria del Rio, danach viele breite Pisten, musste wegen Gewitter Alternative zum TET und Ruta47 suchen.

Als erstes ging es in einem Bogen auf gut fahrbaren Landwirtschaftspisten um Huelva herum und dann Richtung Doñana Nationalpark zuerst nach Almonte und schliesslich war el Rocío ein erstes Ziel. Ich war schon so oft in Andalusien aber dieser Ort wollte erst in Youtube Videos entdeckt werden, sehr sehr speziell, alljährlich zu Pfingsten ein Wallfahrtsort verfügt außer der am Rand verlaufenden A-483 über kaum befestigte Straßen, die verbreitetsten Verkehrsmittel im Ort sind daher Geländewagen und Pferdefuhrwerke. Die überwiegend zweistöckig errichteten Gebäude und große Sandplätze lassen den Eindruck einer (im überwiegenden Teil des Jahres) verlassenen Westernstadt entstehen. Das Zentrum des Ortes erstreckt sich um die Kirche Ermita del Rocío herum, vom Platz vor der Kirche aus überblickt man eine in den Wintermonaten gewässerte Fläche (Marismas), während weiter südlich ausgedehnte Pinienwälder beginnen.

Weiter ging es zum einzigen Übergang über den Guadalquivir südlich von Sevilla, der Fähre bei Coria del Río und obwohl man mir dort angesichts schwarzer Wolken versicherte, dass es dort nie regnet, wurde ich später bei Lebrija zum 2. Mal auf der Tour innert Minuten bis auf die Unterwäsche nass. Bis dorthin versuchte ich noch verzweifelt das drohende Gewitter auf vielen Feldwegen zu umfahren, was eben wie erwähnt leider nicht gelang, ich steuerte ohne Ausweichmöglichkeit mitten hinein in die einzige Wolke….

Nur 800 m später war die Strasse wieder trocken, toll gemacht! Trotzdem ging es schnellstens nach Jerez de la Frontera, den meisten wohl bekannt wegen der Rennstrecke und Motorradrennen und einigen «Kulturinterinteressierten» bestimmt auch dem Getränk (Sherry) wegen, leider hatten die Engländer Mühe mit der richtigen Aussprache….

Distanz: 188 km

etwa 20% unbefestigt: zwischen Jerez und Arcos de la Frontera einige Male auf Feldwegen verirrt (danke Garmin)

  • ab San José de Valle wechselweise einfache Pisten und sehr ausgewaschene Abschnitte, 2. Teil bis Alcala Ruta 47, sehr schön durch die Sonnenblumenfelder. (SG 3) 
  • Umfahrung Alcala de las Gazuelas mit sehr rutschiger Wasserquerung, danach etwa 500 m Flussbett, (SG 3-4) 
  • Ab Benalup Casas Viejas TET, zuerst breite einfache Piste mit vielen Löchern, später sehr tief und schmierig wenn nass. (SG 3 trocken, SG 4 nass) 
  • Rest Asphalt da Schlussstück nach Tarifa auf Ruta 47 verboten, ebenso das Kap zwischen Tarifa und Algeciras: Militärzone > befahren verboten

Der Regen von gestern sass mir zwar bald wieder im Nacken, nass wurde ich heute aber nur von unten, endlich ein Tag ohne Regen, Hallelujah!

Kaum raus aus Jerez war ich entzückt ab der schönen Piste aber schon sehr bald kroch ein Unbehagen in mir hoch, vor allem als einheimische mich fragten wo ich denn hinmöchte und nur den Kopf schüttelten, denn kaum eine Minute später war da wirklich keine Piste mehr zu sehen. Keine 10 Minuten später folgte die nächste Irrfahrt, da hatte ich mich noch gefreut den üblen Feldweg überstanden zu haben, stand ich vor einem verschlossenen Tor, musste das Stück zurück, suchte eine Variante um dann schliesslich doch wieder am selben Ort zu landen….

Ab San José de Valle gab es endlich mal längere Offroadabschnitte, teilweise recht ausgewaschen und dann wieder einfache Feldwege durch wunderbar blühende Sonnenblumenfelder, eine traumhafte Farbenpracht, die jedoch bei Alcala de las Gazuelas jäh an einem Flussbett endetet. Lange überlegte ich mir diese rutschige Wasserquerung bis ein Einheimischer Autofahrer mir Geleitschutz bot, die folgenden 500 m im zwar trockenen Flussbett waren trotzdem nicht ganz ohne.

Beim Stausee Embalse de Barbate sah ich eine hübsche Piste abzweigen, wie immer sah das von Weitem wunderbar easy aus, ich dachte das könnte die alte Strasse sein, diese entwickelte sich aber zusehends zu einer recht herausfordernder Zufahrt zu einer Finca, das Tor im Zaun liess ich dann zu und beschloss den einfachen Weg über die asphaltierte Strasse zu nehmen. Die Weiterfahrt auf dem TET ab Benalup verwandelte sich mit jedem Kilometer von einer löchrigen breiten Strasse in eine kaum mehr erkennbare Erdpiste, während sich das Stück Ruta 47 ab Facinas einfach als eine schöne kleine Landstrasse entpuppte, der Abzweiger auf den unbefestigten Abschnitt war dann jedoch leider mit einem Fahrverbot belegt.

Richtig schade war auch das Verbot wegen Militärzone am Kap zwischen Tarifa und Algeciras (obwohl Teil von TET und Ruta 47), zu gerne hätte ich dieses durchfahren (was manche wohl trotz des Verbotes auch tun…)

Zu Algeciras kann ich leider nicht viel sagen oder berichten, nichts Schönes oder Spezielles war da zu entdecken.

Distanz: 216 km

«bloss» etwa 10% unbefestigt, da viele Verbote und abgeschlossene Tore 

  • TET und Ruta 47 bis San Roque, alles Asphalt, dann kurzes Stück offroad bis Verbot (SG 3) 
  • Ruta 47 kein Weiterkommen ab A-2100, endet bei einer Finca (SG 3-4) 
  • Ruta 47 ab A-2101 schöne Schlaufe bis San Martin de Tesorillo, schlechter Feldweg bei Aufstieg, breite Piste für Abfahrt (SG 3) 
  • Ruta 47 ab Secadero, schwerer, enger, sehr ausgewaschener Aufstieg (SG 4), bei den Windrädern kein Weiterkommen, Umweg über Manilva 
  • Ruta 47 bis Casares, steil aber teilweise betoniert (SG 3) 

beinahe ganzer Rest Asphalt bis auf kurzes Stück (Passhöhe, SG 3) zwischen Istan und Monda 

Raus aus und um Algeciras sind TET und Ruta 47 wieder identisch und befestigt, bis sie sich bei San Roque trennen, leider führt die Ruta 47 hier oft in eine Sackgasse, sprich ist mit Toren versperrt oder mit Fahrverboten belegt. Einzig die schöne Schlaufe ab A-2101 bis San Martin de Tesorillo mit einem schottrigen Feldweg beim Aufstieg und der sehr herausfordernde Aufstieg ab Secadero und das einfache weil teilweise asphaltierte Stück hoch ins reizvolle Pueblo Blanco Casares bilden hier für lange Zeit eine Ausnahme.

Die Gegend um Estepona wurde in den letzten 40 Jahren total zugebaut, bildet quasi eine einzige Stadt bis weit nach Malaga, also möglichst Augen zu und schnell durch hinein ins Tal nach Istán, hier reiht sich Kurve an Kurve, kaum ein gerades Stück. Ab Istán Richtung Monda wird die Strasse gar noch enger und ist teilweise bei der Passhöhe noch unbefestigt.

Für die folgenden Tage war dann mal Ausspannen und «Wandern» in Álora angesagt, einfach mal das Gepäck im Hostal Delia lassen, den hoteleigenen Motorradclub und die wunderbare Aussicht von der Sonnenterasse auf den TET geniessen.

Álora – Ronda – Tolox – Álora

Distanz: 218 km

Etwa 86 km unbefestigt, (bis Ronda ca 60%)

  • 16 km Bermejo-Ardales TET, Einstieg steil, Schotter, erste Kurve eng und steil, danach meist einfach (SG 3-4) 
  • 18 km Ardales – MA5400 TET, meist einfach mit 2-3 kurzen steilen Passagen (SG 3-4) 
  • 8 km MA5400 – Serrato, einfache Waldstrasse (SG 3) 
  • 16 km Setenil de las Bodegas (sehr sehenswert) – Ronda, diese Variante einfach, ursprünglich angefahren wegen Gewitterschäden für mich unfahrbar 
  • Einstieg in die Sierra de las Nieves beim Camping las Conejeras verboten für Motorräder und Quad, für Autos erlaubt! 
  • Zurück nach el Burgo auf Strasse, dort 20 km Puerto de la Mujer bis Parkplatz los Sauces und runter A-366, einfach (SG 3) 
  • 8 km Yunquera – Tolox, schwer, steil, 100m teilweise sehr steil und Schotter, habe deshalb aufgegeben (SG 4-5), ansonsten fahrbar (SG 4)

Nach einem Tag Ruhe reizte es mich dann doch wieder sehr die Gegend zu erkunden und da der TET an Álora vorbeiführt war ja klar, dass ich diesen Richtung Ronda fahren wollte und vor allem wollte die Sierra de las Nieves befahren werden. Das Garmin lotste mich kaum aus Álora raus schon auf einen Feldweg dem Bahngeleisen entlang mit einer sehr abenteuerlichen Einfahrt zurück auf die Hauptstrasse und von dort kurze Zeit später dann links weg auf den TET, der Einstieg sehr steil mit viel Schotter aber nach der ersten Kurve eine wunderbare unbefestigte Passstrasse Richtung Bermejo.

Das folgende Teilstück bot dann zwei, drei knackige Passagen, wobei ich später den TET verliess und mir nach einer Eigenkreation eines Abstechers auf eine leicht zu fahrende Waldstrasse nach Serrato unbedingt noch Setenil de las Bodegas ansehen wollte, ein sehr reizvolles weisses Dorf das in die Felsen eines Canyons gebaut wurde, trotz sehr vieler Touristen, unbedingt ansehen!

Die Piste weiter nach Ronda wurde mir wegen der Gewitterschäden plötzlich zu wild, aber ich fand dann einen durchaus passablen Ausweg und eine nette Umfahrung von Ronda, das ich diesmal nicht besuchte weil ich dort schon mehrmals übernachtete. Endlich sollte nun die Sierra de las Nieves bis Tolox folgen aber schon bald stand ich wieder vor einem Verbotsschild für Motorräder und Quads, sehr ärgerlich, da diese bestimmt reizvolle Strecke mit Autos und fetten Offroadern befahren werden darf, da könnte sich die Junta de Andalucia etwas bei den Italienern aus dem Piemont abschauen, die solche Strecken wie die Assietta wenigstens tageweise auch für gemischten motorisierten Verkehr öffnen. 

Nun denn, so ging es asphaltiert nach el Burgo und von dort wenigstens am Rande der Sierra in einer Schlaufe unbefestigt über den Puerto de la Mujer zurück zur Hauptstrasse nach Yunquera, von wo es gemäss Garmin weiter nach Tolox gehen sollte, wobei schon die Durchfahrt durch Yunquera abenteuerlich steil war. Dies sollte sich noch steigern, nach einer sehr steilen Abfahrt in einen Canyon folgten kurze, steile Rampen auf einem schmalen Weg, bis ich vor einer sehr steilen Geröllhalde im Wald stand, das Geröll hätte mir schon gereicht aber oben folgte nach einem 20 cm Absatz ein Rechtsknick vor einem senkrechten Abgrund, definitiv zu viel für mich, da waren mir die kläffenden Hunde die ich kurz zuvor passiert hatte die liebere Alternative.

Caminito del Rey

Heute mal zu Fuss. 

Obwohl die Touren auf dem Caminito del Rey durch die imposante Schlucht oft Wochen im Voraus gebucht werden müssen, hatte ich den Tipp bekommen, dass im Reisebüro im Ort oft noch Einzeltickets für den folgenden Tag erhältlich sind. Gesagt, getan, mit dem Motorrad in die Nähe des Eingangs gefahren, es gibt dort verschieden Restaurants mit Parkplätzen und nach einem 10 minütigen Fussmarsch stand ich im Mitten 100en Besuchern am Eingang, musste mir einen Bauhelm überziehen und suchte nach einer Lücke in den Gruppen der geführten Touren. Die «Wanderung» durch diese knapp 8 km lange imposante Schlucht auf schmalen Stegen, die in die Felswände gebaut wurden, muss man wohl mal gemacht haben, schon sehr eindrücklich, nicht zuletzt leider auch wegen der Touristenmassen die hier angelockt werden. Wenn auch kürzer, aber da finde ich die Aareschlucht bei Meiringen in der Schweiz mindestens so attraktiv.

Álora, für knapp eine Woche mein Zuhause mit hauseigenem Motorradclub und Dachterrasse mit Blick auf TET und Ruta 47, gefiel mir als Basisort für diese Umgebung sehr, etwa 45 Minuten westlich von Malaga, ist es wunderbar gelegen für all die Ausflüge, die sich rundherum anbieten, zudem ist es ein charmantes, weisses Dorf mit Castillo, hoch an einen Fels gebaut.

Leider gibt es in Álora keine Werkstätte für grosse Motorräder, deshalb konnte ich das schon wieder lose Lenkkopflager nur behelfsmässig anziehen und hoffen, dass es bis zur nächsten grösseren Stadt halten möge, unglaublich diese Geschichte die mich nun schon seit über 10’000 km verfolgte.

Distanz: 150 km

Knapp 100 km unbefestigt:

  • Ich wollte ursprünglich über die Sierra de Alcaparaín, doch der einsetzende Regen und die vom vorgängigen Regen arg in Mitleidenschaft gezogene Piste ließen mich abbrechen, deshalb nur 10 km unbefestigt zur nächsten asphaltierten Strasse nach el Burgo, trotzdem teilweise schwer, Einstieg wohl einfacher näher bei Ardales (SG 3-4) 
  • 6 km ab el Burgo einfache Feld- und Waldwege, dann 15 km 2x Abbruch wegen verschlossenen Toren 
  • deshalb zurück auf den TET, 25 km einfache Waldstrasse, dann abgebogen zurück nach Ardales (sehr steiles Stück > Abbruch und Umweg), trotzdem teilweise recht ausgewaschen (SG 3) 
  • Sierra de Abdalajis, 12 km Ruta 47 Richtung Valle de Abdalajis, teilweise sehr steil und ausgewaschen, viel loses Gestein und Sand vom Regen, schwer (SG 4) 
  • kurz nach Valle de Abdalajis 30km! Ruta 47 und kurzer Teil TET, meist einfache Pisten, frisch gegradet aber fest, ca 8 km in Flussbett aber super fahrbar, sehr cool! (SG 3)

Trotz unsicherer Wetterlage wollte ich einige Tracks aus Wikiloc in der Umgebung befahren, auch ein Teil Ruta 47 sollte dabei sein. Nun denn, unsichere Wetterlage, noch nicht mal 15 km gefahren wurde ich schon richtig nass, wobei ich mich dann schnellstens in eine Cafeteria verzog und den Regen vorbeiziehen liess. Die nasse Piste von Carratraca hoch zur Sierra de Alcaparaín stellte sich dann aber als zu schwierig heraus für mich, ich fand eine einfachere Alternative, aber auch die hatte es noch in sich, bot aber auch unerwartete Momente auf dem höchsten Punkt mit einer dunklen Allee, sehr schön!

Ab el Burgo ging es zuerst auf Feldwegen hoch zum TET, dort war ich ja schon vor ein paar Tagen und versuchte nun Richtung Ronda auf eine Piste zu kommen die ich damals zwischen Ronda und wieder el Burgo entdeckt hatte. Sehr reizvoll war diese Strecke, jedoch versperrte ein unpassierbares Tor nach 4 km diese Route (auch wenn YouTuber Solo Quendi dieses Tor auf abenteurliche Weise zu umfahren versuchte), sehr schade! Auch der 2. Versuch in diese Richtung wurde von einem grossen Eisentor einer Finca versperrt. 

Dann versuchte ich es halt in die andere Richtung, zurück auf das Teilstück des TET das ich ein paar Tage zuvor ausgelassen hatte, zuerst eine einfach schöne Waldstrasse, die sich aber nach dem Abzweiger zurück Richtung Ardales als für mich unüberwindbare Steigung zurück zum TET herausstellte. Aber auch hier fand ich eine Alternative, auch diese war teilweise sehr ausgewaschen, jedoch bedeutend weniger steil.

Nach sehr vielen Kurven entlang eines Stausees und wieder dem Eingang zum Caminito del Rey führte mich die Route zurück zur Ruta 47 über die Sierra de Abdalajis, ein sehr schweres Teilstück, die Auffahrt sehr steil, mit viel losem Gestein, die Abfahrt dann eher schlammig, das wäre wohl auch ohne den Regen herausfordernd genug gewesen. Doch kaum an Valle de Abdalajis vorbei gab es noch ein Dessert, 30 km meist einfache Pisten, hoch und runter, dann wieder in einem breiten Flussbett, später durch meterhohes Schilf, sehr ungewöhnlich aber alles gut fahrbar, wow!

Distanz: 250 km

Weit über 100 km unbefestigt, bis km 175 praktisch alles TET

  • Die ersten 50 km beinahe ausschliesslich Offroad auf einfachen Pisten, zu Beginn gar in einem Flussbett (SG 3)
  • Von km 52 bis km 140 dann eher langweilig, teils wird einfach die Piste neben der Hauptstrasse befahren, bei km 68 Weiterfahrt in einem Bachbett habe ich ausgelassen.
  • Sehr schön das 1. Highlight, 8 km Aufstieg von Periana nach Ventas de Zaffaraya, zuerst steil und schwer, danach einfach ein Vergnügen auf einer alten Eisenbahntrasse. (SG 3-4 zu Beginn, danach SG 2-3)
  • 2. Highlight ab Km 151-167 Abzweiger von der A-4050, meist sehr einfach befahrbare Waldstrasse, sehr schön (SG 3)
  • danach ab Km 167-180 traumhafte Gebirgspiste, teilweise jedoch sehr steil, lose Steine und Kies vom Regen reingespült, sehr schwer! (SG 4)

Von Álora nach Granada, mal im Flussbett, mal ein Bachbett (liess ich aus), mal Schlamm (musste ich durch), mal altes Eisenbahntrassee und die schönste Gebirgspiste bisher (zwischen Almuñécar und Granada), ja diese weit über 100 km Offroad auf dem TET-E Sec 21 (total 250 Km) waren anstrengend aber einfach super mit allen Facetten.

Als erstes ging es wieder in ein breites Flussbett, ein wunderbarer Spielplatz um das Hinterrad mal bisschen durchdrehen zu lassen! Danach auf vielen guten Pisten, auf Kreten durch hügelige Landschaft, ein kaum enden wollendes hoch und runter, just wunderbar! Weniger dann die Fortsetzung bis Periana, ausser man möchte sich mal in einem Bachbett tummeln, das war mir aber zu stark mit Büschen und Schilf zugewachsen. Ab Periana folgte ein lang ersehnter Wunsch, seit ich diese Strecke in Videos gesehen hatte, einmal Eisenbahn spielen auf Schotterpiste, der Aufstieg zuerst sehr ausgewaschen und steil aber kaum ist eine breitere Piste erreicht führt diese alte Eisenbahntrasse in weichen Zügen sanft ansteigend Richtung Ventas de Zaffaraya um dort spektakulär an der Felswand in einen kurzen Tunnel zu verschwinden, WOW!

Die nächsten über 50 km führen dann über die Hochebene hinter den Bergen (Sierra de Almijara) die die Sicht auf die Casta del Sol verbergen, doch plötzlich zweigt die Route links auf eine Waldstrasse ab, ein sehr schönes Teilstück durch felsigen Wald mit ein, zwei schönen Camping Spots, für die die es mögen. Nach 16 km zweigt die Route diesmal rechts ab auf ein steileres Stück, teilweise gar sehr steil mit viel losem Geröll und Kies der vom Regen reingespült wurde, zudem sollte man eher schwindelfrei sein, teils sehr schroff fällt der Abgrund ab, bietet aber auch immer wieder fantastische Ausblicke.

Ich war schon sehr lange auf Achse und so beschloss ich dann den TET zu verlassen, hinunter nach Guájar-Alto zu stechen und wurde kurz danach nochmal von einem Wasserfall betört, das sehr moosige Grün hätte ich hier nie und nimmer erwartet. So schnell es eben über die bergige und kurvige Strasse bis Mondújar ging, versuchte ich doch Granada noch vor dem Eindunkeln zu erreichen und mich die nächsten Tage mal wieder dem losen Lenkkopflager zu widmen.

Seit Ende der 90er Jahre bereise ich Spanien beinahe jährlich, ich bin sehr oft in Andalusien aber um Granada hatte ich immer einen Bogen gemacht, keine Ahnung weshalb, wobei die Touristenmassen in der Altstadt und das schlechte Essen dort, meine vormaligen Bedenken durchaus bestätigten. Ganz anders übrigens das Gefühl in der Stadt und auch das Essen wenn man sich ein bisschen aus der touristischen Zone rausbewegt, da lässt es sich durchaus leben. 

Um meine ständigen Sorgen mit dem Lenkkopflager endlich ein Ende zu bereiten, fragte ich bei den YouTubern von Embarra2 nach einem Tipp für eine vertrauensvolle Werkstatt, worauf sie mir J. Palacio Motos empfahlen. Francis baute mit dann tatsächlich binnen eines Tages ein neues Lager mit -Sitzen ein, doch schon ein kurzer Test erweckte neue Bedenken, noch immer war ein Klappern zu vernehmen bei Unebenheiten, sollte es trotzdem die Gabel sein?

Distanz: 263 km

knapp 120 km unbefestigt! 

  • 17 km unbefestigt, erster offroad Einstieg erst bei km 31 möglich, einfache Piste nach Lanjaron km 48 (SG 3) 
  • 30 km unbefestigt von Lanjaron km 50 bis Soportujar km 80, meistens einfache Piste mit 2-3 gröberen Stellen im Aufstieg aber nie wirklich steil. (SG 3) 
  • 70 km unbefestigt durch die Sierra de Gador ab Fondón km 165 bis Felix km 235, erste 25 km sehr einfache Waldstrasse (SG 3), dann nach Kreuzung 20 km teils recht ausgewaschen (SG 4) und der Schluss ab einer Kreuzung wieder einfache breite Piste (SG 2-3)

Gespannt darauf wie sich das Lenkkopflager oder die Gabel verhält, verliess ich Granada auf der Autobahn und suchte dann ab Padul mehrfach einen Einstieg in die Sierra Nevada, hatte allerdings nur 2 legale Runden à 15 und 25 km gefunden, beide easy zu fahren.

Nach langen 70 km auf Asphalt durch die Alpujarras wagte ich mich schliesslich bei Fondón in die Sierra de Gádor, da waren zwar Wärterhäuschen und Schranken aber alles offen, niemand da, auch keine Verbotsschilder. Holy Shit, 70km offroad am Stück, ausser 1 Reh nach 50 und 1 Mountainbiker nach 60 km, kein Säugetier, kein Mensch, keine Schilder und der höchste Punkt mit Funkturm hiess nuevo mundo, neue Welt. Das war irgendwie also schon sehr seltsam über 2 Stunden zu fahren und keine Seele zu sehen, dafür oben beim Funkturm eine Aussicht auf das rauschende Mittelmeer, oder waren das etwa keine Wellen, keine Gischt? Genau! Ein Meer von Gewächshäusern bei el Ejido, Europas Gemüselabor….

Almería wird mir nicht in guter Erinnerung bleiben, ich weiss, dass es in Spanien als Einzelperson in Restaurants schwierig sein kann einen Tisch zu bekommen, also gehe ich oft in Bars und ernähre mich an kleinen Tischen von Tapas, auch hier. Kaum fertig gegessen nahm mir jedoch der Kellner das halb volle Wasser von Tisch, das Bier liess er gnädigerweise stehen, bat mich jedoch ziemlich direkt langsam ans gehen zu denken, es würden ja noch weiter Gäste warten, unglaublich!!

  1. Spanien 2023 auf la Ruta 47 und TET
  2. Quer durch an die Algarve
  3. in Küstennähe durch Andalusien
  4. durchs Hinterland der Ostküste

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