Spanien 2023, Quer durch an die Algarve

knapp 2000 km, davon weit über 800 km unbefestigt

Die Ruta 47 ist jeweils gelb und der TET in magenta markiert, ein Klick auf die Karte zeigt diese gross, ein Klick auf Routenname und Distanz führt zu Wikiloc und der herunterladbaren .gpx Datei

Distanz: 206 km

Etwa 50% unbefestigt:

1. Teil Ruta 47, danach wegen Regen und rutschigen Pisten abgebrochen.

Um Zeit für die Anreise nach Spanien zu sparen habe ich mal wieder die Fähre ab Genua genommen. Kaum von der Fähre runter und aus Barcelona raus auf einen der dahinter liegenden Hügel und schon ging es los über die erste festgewalzte sandige Piste. Eine unglaubliche Route die sehr oft über teilweise recht steile Pisten hoch und runter in vielen Kurven durch Wälder führt. Einzig kurz nach Esparraguera liess ich eine steile Abfahrt am Rande eines Ackers aus (danach hätte es eine Wasserdurchfahrt mit steiler Rampe gegeben) und zog es vor für ein paar Km auf Asphalt zu bleiben. Nach Igualada verdunkelte sich der Himmel dramatisch und kurze Zeit später war ich zum 1. Mal auf dieser Reise bis auf die Unterwäsche nass, klar dass ich hier nicht mehr Offroad fahren mochte aber nach einer kurzen Pause sollte es wieder weitergehen, zunächst auf Asphalt und ab Belianes wieder auf hier staubtrockenen, breiten Pisten mit viel Schmackes schnellstens nach Lleida oder Lérida, wie es auf spanisch heisst.

Distanz: 228 km

Etwa 30% unbefestigt:

  • bis Castillonroy meist Ruta 47, einfache Pisten. 
  • Baels bis Fonz bisschen grober, schwer bei Regen. 
  • Naval-Barcabo am Schluss steile Abfahrt, teilweise lose Steine. 
  • Dann TET aber alles Asphalt bis Gillue, gefolgt von kleinem Pass bis Espin mit steilem, ausgewaschenem Aufstieg ganz zum Schluss.

Out in the green 😀

Nach viel Regen gestern, jaja Katalonien hat es dringend nötig, ich weniger, ging es heute mit leicht losem Lenkkopflager von Lleida nach Jaca, wieder sehr viel Offroad aber heute praktisch trocken, dafür beinahe ein Crash mit der Polizei auf einer Schotterpiste und dann kamen die auch noch von rechts….haben nett gewunken und mir den Vortritt gelassen;-). Ein kurzes Stück folgte wunderbar einem Fluss oder Kanal entlang bis ich bei Almenar eine kleine Irrfahrt veranstaltete, ich stand quasi am Abgrund und musste den Weg zurück auf die Hauptstrasse finden. 

Weiter Richtung Fonz wurde der Track immer grober, teilweise im tiefen Gras, dieses Stück würde ich bei Regen nicht mehr fahren wollen. Kurz nach Naval landete ich unverhofft auf einem Teil des TET, sehr schön offroad bis Bárcabo und danach alle aspahltiert bis Gillué, wobei ich hier den einen Offroadabstecher des TET ausliess, zu felsig war der Einstieg. Kurz nach Gillué folgte ein schönes Pässchen bis Orús, wobei hier die letzten 200 m Offroad noch zu einer Herausforderung wurden, sehr steil und ausgewaschen das letzte Stück. Nun ging es direkt nach Sabiñanigo wo mir dann Viktor von Motor Box das neu eingebaute aber schon wieder sehr lose Lenkkopflager nachzog.

Distanz: 200 km

etwa 70 km unbefestigt:

  • 40 km ab km 30 meist sehr einfache Kiesstrasse hoch zum Santo Domingo (km 53) (SG 3)
  • Steile Abfahrt kurz asphaltiert danach teils sehr grober Waldweg (SG 3-4) bis km 60 und schliesslich wieder einfache Kiesstrasse bis zum Camping Luesia (km 70) (SG 2-3)
  • Die 14 km Feld- und Waldwege von der A-1202 bis zur A-1103 (Km 83 – 97) können bei Regen sehr tückisch sein. (SG 3)
  • 10 km von Luna nach Lacorvilla (km 110 – 120) einfache Kiesstrasse (SG 2-3)
  • 6 km (hin und zurück) ab km 127 zu den Aquarales (SG 2-3)

Unterwegs mit Marco #replikrides in der wohl schönsten und vielfältigsten Provinz Spaniens. Nach ungefähr 30 km Asphalt geht es auf einer einfachen Piste hoch zum Refugio Santo Domingo auf über 1500 m, von dort gings in kurzem Fussmarsch hoch auf die Bergspitze mit unfassbar schönem Weitblick.

Kurz auf gleichem Stück zurück und dann plötzlich links weg ging es kurzzeitig asphaltiert aber sehr sehr steil runter dann über eine sehr unruhige Waldpiste und später wieder einfachen Piste Richtung dem natürlichen Pool von Pozo Pigalo. Dieser ist im Sommer total überlaufen, wir hatten diesen fantastischen Wasserfall und natürlichen Pool für uns alleine.

Die Feld- und Waldwege von Luesia nach El Frago sind wieder Teil der Ruta 47 und können bei Regen sehr tückisch sein. Von Luna nach Lacorvilla ging es wieder über eine einfache breite Piste vorbei am Castillo de Yéquera und später auf einer genauso einfachen Piste zur Sehenswürdigkeit Aguarales de Valpalmas, viel kleiner als die Bardenas Reales aber als Miniaturversion genauso spannend, da dort quasi die Entstehung mitverfolgt werden kann.

Distanz: 231 km

Ungefähr 80-90%! unbefestigt:

  • Beinahe ganze Route Ruta 47, grösstenteils sehr einfach aber je länger desto anspruchsvoller
  • kurz vor Carabantes (km 160) eine Abfahrt mit recht viel Geröll 
  • sehr sandige Passagen auf den letzten 30 km

Über 160 km Offroad heute auf der Ruta 47 von Saragossa nach Soria, ich bin ziemlich fertig obwohl der grösste Teil sehr einfache Kiesstrassen waren, gab es doch da und dort ein paar knifflige Passagen. Kaum aus Saragossa raus ging es auf die ersten, breiten Pisten und huch was war das? Gleich dutzendweise huschten Hasen oder wohl eher Kaninchen kreuz und quer vor mir über die Strasse, also war ich mal kurz eher defensiv unterwegs obwohl die Pisten durchaus ein zügigeres Tempo erlaubt hätten. Mal links, mal rechts, beinahe 60 km meistens flach durch Windparks und Felder bis es südwestlich von La Almunia de Doña Godina doch recht abrupt recht hügelig und steil wurde.

Kurz vor Carabantes dann sogar recht grob und ausgewaschen aber wunderschön zwischen Felsen hindurch und kurz nach Quiñonería erhaschte ich einen Blick auf ein Schloss hoch oben auf einem Felsvorsprung und so wie es schien auch eine Strasse die dort hoch führte, dies musste ich auskundschaften. Die Strasse entpuppte sich als zuerst Feldweg und dann Schotterpiste bis sie unter der Felskante in einen sehr felsigen Wanderweg mündete, zu Fuss ging es das kurze Stück dann hoch zum Schloss das sich dann leider als ziemlich verfallene Überreste der Befestigungsanlage Peñalcázar herausstellte. Der Rest der Strecke führte dann wieder über viel viel weites Land.

Soria ist mit knapp 40’000 Einwohnern nach Teruel die zweitkleinste Provinzhauptstadt Spaniens und die kleine Altstadt hat ihren eigenen Charme, da sie auf über 1000 m liegt kann es dort im Sommer angenehm kühl, in den anderen Jahreszeiten aber auch recht frisch werden wie ich Ende Mai bei knapp 15 Grad merken musste.

Soria – Peñafiel, Verbindung der Ruta 47 Etappen 18/19 mit 26. 

Distanz: 180 km

80% unbefestigt: meistens sehr einfach aber 2-3 sehr schwierige Passagen. 

  • vor Valdenebro (km 56), Wald, sandig, wenn nass sehr tief. 
  • südlich von El Burgo de Osma (km 68), teilweise eher grober Singletrack, kann südlich davon einfach befahren werden. 
  • Schliesslich nach Castillejo de Robledo und SG 945 (km 120), da führt die Route nach einer steilen ausgewaschenen Passage quer über ein Feld/Acker

Heute habe ich versucht dem Regen davonzufahren und musste spontan eine andere Richtung einschlagen, was dann auch voll funktioniert hat. Seit dieser Tour navigiere ich mit dem Garmin Tread, ein explizites Offroadnavi und das bereitete viel Spass, bot aber doch einige Überraschungen. So ein sehr ausgewaschener Waldweg, der trocken jedoch gut befahrbar war bei Valdenebro, dann südlich von el Burgo de Osma wo die Piste dann teilweise eher zum felsigen Singletrail mutierte und schliesslich landete ich bei Castillejo de Robledo nach einer kurzen, steilen und sehr ausgewaschenen Abfahrt plötzlich auf einem Acker, dieser liess sich dann zum Glück aber umfahren. Ich hatte mich mehrfach am Boden liegen sehen, zum Glück ist nichts passiert und die letzten Kilometer Richtung Peñafiel führten dann wieder durch wunderbar blühende und farbenfrohe (Blumen-)Felder.

Peñafiel ist bekannt für seine Weine und vor allem deren Lagerung in den «Höhlen» unter dem Castillo, die zu dessen Füßen gelegene denkmalgeschützte Plaza del Coso gehört zu den besterhaltenen und eindrucksvollsten Stierkampfarenen des Landes, sehr speziell da direkt von Wohnhäusern umgeben die während den Stierkämpfen durch dicke Holzplatten verbarrikadiert werden.

Distanz: 150 km

80% unbefestigt: meistens sehr einfach mit ein paar anspruchsvollen Abschnitten, vor allem bei Regen könnte es teilweise sehr schwer werden.

  • bei km 68 Waldpassage, sehr schlammig, kein weiterkommen, von der anderen Seite mit Kette versperrt! 
  • bei km 103 stark abfallend, Singletrail > siehe Foto! 
  • bei km 116, kein Weiterkommen aber schöne Camping Möglichkeit 
  • bei km 119, kein Weiterkommen > Singletrail 
  • auf den letzten km mehrfach Viehsperren, die aber mit schmalem Fahrzeug passiert werden können (sonst Tor öffnen)

Heute musste ich mehrmals den Rückweg antreten bevor es wieder weiter ging. Das kommt davon, wenn man sich nicht auf bestehende Tracks verlässt, sondern das Garmin Tread frei navigieren lässt, ok, noch mit Eingriffen meinerseits. Trotzdem war ich als „Farbenblinder“ mehrfach total geflasht von der Farbenpracht am Wegesrand, Mohn soweit das Auge reicht.

Oft führte die Route durch weite Felder, um dann plötzlich in einem Wald im Schlamm zu stecken, an einer steilen Abfahrt die nur Wanderern vorenthalten ist oder auch lauschig in der Wiese am Rand eines kleinen Flusses aber ohne Möglichkeit weiterzufahren. Die letzten Kilometer Richtung Segovia führten dann oft geradeaus durch eine wunderbar bunte Anhöhe und schliesslich durch viele Viehgatter eingezäuntes Weideland.

Segovia ist eine sehr lebendige Stadt und berühmt für sein vielfältiges architektonisches Erbe aus zahlreichen Jahrhunderten, es umfasst mittelalterliche Stadtmauern, romanische Kirchen, einen ehemaligen Königspalast und eine gotische Kathedrale. Das berühmte römische Aquädukt mit über 160 Bögen – die meisten davon noch aus dem mörtellosen Original-Granit – erhebt sich im Herzen der Stadt hoch über der Plaza del Azoguejo.

Segovia – Ávila, Ruta 47, Etappe 26, Verbindung zu Etappe 29/30

Distanz: 118 km

etwa 80% unbefestigt: erste 15 km von Ruta 47

  • Einfache Route, beinahe alles Feldwege und Kiesstrassen. 
  • 2x gehts durch Pinienwälder, dort leicht sandig, 
  • manchmal führt die Route auch über kaum erkennbare Wege durch Felder.

Langsam schnürte mich die Schlechtwetterfront ein, verzweifelt versuchte ich ihr zu entkommen, suchte in sämtlichen Wettervorhersagen nach einem Ausweg aber schon nach 3 Stunden hatte mich der Regen eingeholt. So blieb mir nichts anderes als schnellstens ein Hotel zu suchen, Ávila ist zwar auch Etappenort auf der Ruta 47, war aber trotzdem nicht auf meinem Plan und trotz sehr berühmter Stadtmauer werde ich dort wohl auch nicht mehr Halt machen.

Die folgenden Tage liess ich es dem Wetter geschuldet bleiben mit Offroad, dachte die trockene Exremadura oder spätestens Andalusien würden mir Sonnenschein bringen aber ich musste wirklich beinahe bis zur Algarve runter um wieder trocken zu werden. 

Ávila-Plasencia

Distanz: 233 km 

alles Asphalt über die Sierra de Gredos

Die Sierra de Gredos hätte ich sehr gerne auf der Offroad-Variante der Ruta 47 durchquert, ebenso hätte ich gerne den Naturpark Garganta de los Infiernos nordöstlich von Plasencia besucht aber bei Dauerregen und Temperaturen von 8-18 Grad war mir definitiv nicht darum.

Plasencia – Mérida

Distanz: 257 km 

25 km unbefestigt:

  • 15 km gleich nach Überquerung des Tajo (km 117 – 132) breite, festgewalzte Pisten (SG 3)
  • 10 km ab Cordobilla de Lácara bis zur Ex-214 (km 223 – 233) festgewalzte Pisten (SG 2-3)

Da wollte ich doch dem Regen ein Schnippchen schlagen, das gelang mit der Zusatzschlaufe nordwestlich von Plasencia auch aber kaum war ich mal auf eine Piste abgebogen wurden die Wolken wieder schwarz und ein heftiges Gewitter drohte, ich kam aber mit ein paar schweren Tropfen davon. Völlig unerwartet waren die Stauseen in der Extremadura randvoll, wobei dies angesichts der vielen Regenfälle auch hätte erwartet werden können, bloss wurden Wochen davor im April noch Temperaturen um 40 Grad gemessen.

Mérida liegt in der Mitte der Extremadura am Rio Guadiana, hat eine hübsche Altstadt mit einigen Relikten aus der Römerzeit, der Dolmen von Lácara ist das größte Ganggrab der Extremadura und eines der größten auf der Iberischen Halbinsel.

Mérida – AyamonteEinstieg in die Ruta 47 bei Jerez de los Caballeros

Distanz: 354 km

64 km unbefestigt:

  • 11 km von Nogales bis Salvatierra de los Barros (km 117 – 132) breite, festgewalzte, breite Kiesstrasse (SG 2-3)
  • 10 km bis Encinasola (km 124 –134) teilweise asphaltiert mit tiefen Löchern und ein kurzer steiniger Aufstieg (SG 3)
  • 12 km Loop bei Encinasola (km 135 –  147) da gibt es eine sehr ausgewaschene Abfahrt, unten dann eine Brücke und danach habe ich keinen Trail mehr erkannt, ein Bauer sagte mir, dass es den schon gebe aber viele Tore passiert werden müssten, bin deshalb vorbei an vielen emissionsreichen Schweinefarmen zurück nach Encinasola. (SG 4) 
  • 10 km (km 186 – 196) schöne sehr kurvige und teilweise steile Piste mit einigen felsigen Passagen bis Puerto Lucia (SG 3-4) 
  • 11 km nach Cortegana (Km 211- 222) zuerst unglaublich viele Schlaglöcher gefolgt von breiter guter Waldstrasse über einige Kreten bis Gil Marquez (SG 3) 
  • 10 km nach Amonastel la Real (km 235 – 245) wieder breite Waldstrassen, teilweise sehr steil aber in gutem Zustand. (SG 2-3) 

Unterwegs an die Sonne, nach 5 Tagen Regen bei 7-17 Grad gibts endlich Licht am Horizont. Die Sonne scheint über den Guadiana bei Ayamonte. Trotzdem haben mir die nasskalten Tage arg zugesetzt, bin böse erkältet. 

Dafür gab es heute wiedermal ordentlich Kies, Sand, Staub und Geröll unter den Rädern. 

Bei km 124 staunte ich nicht schlecht als ich an einem Zaun vorbeifuhr, plötzlich war mir der grosse Hund vor Augen der mir 4 Jahre zuvor einen ordentlichen Schrecken einjagte mit seiner Attacke (hinter dem Zaun…), das hiess auch, dass ich die folgende Strecke schon mit der schweren Triumph geschafft hatte, das sollte doch auch dieses Mal machbar sein.

Bei Encinasola ging es plötzlich sehr schroff und steinig in einen Canyon, mehrfach überlegte ich mir eine Weiterfahrt und unten am Bach entschied ich mich dann definitiv diese Route abzubrechen, zu überwachsen und mit einem Tor versperrt war der Weg nach der Brücke. Ich nahm mal wieder den Weg des geringsten Wiederstands und traf kurz danach einen Bauern, der versuchte sein Land mit einem Bagger von den Schlammmassen der letzten Gewitter zu befreien. Er versicherte mir der eingeschlagene Weg könne befahren werden, allerdings hätte ich einige Tore zu öffnen, vor den bald wahrnehmbaren, sehr üblen Gerüchen der Schweinefarmen erwähnte er hingegen nichts.

Die folgenden Offroad-Abschnitte waren ein traumhaftes, teilweise auch herausforderndes Auf und Ab durch hügelig bis bergiges Weideland, bis auf wenigen Farmen meist menschenleer. Spätestens ab Cabezas Rubias hiess es dann schnellstmöglich nach Ayamonte zu kommen, ich brauchte dringend Ruhe, um meine heftige Erkältung auszukurieren. 

Ayamonte liegt am hier riesigen Rio Guadiana der die Grenze zu Portugal markiert, ein schönes kleines Städtchen das sich hinter den Marismas de Isla Cristina, einem Schutzgebiet mit Marschen, Dünen und Wald sowie wichtigen Lebensräumen für Vögel vom Meer versteckt.

  1. Spanien 2023 auf la Ruta 47 und TET
  2. Quer durch an die Algarve
  3. in Küstennähe durch Andalusien
  4. durchs Hinterland der Ostküste

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