Der Balkantrip 2023 wurde ja vor allem zu Beginn von den schweren Unwettern in Griechenland geprägt, dieses Mal sollte alles besser werden, weit gefehlt!
Der ACT Kroatien wurde bekanntlich Anfang 2024 offiziell vorgestellt, da war ich natürlich gespannt was da Neues auf mich zukommen sollte, fahre ich doch seit 2006 regelmässig in diese Gegend und habe seit 2014 auch einiges an unbefestigten Strecken befahren. Auf dem Weg dorthin sollten noch einige Pisten im Friaul auf dem Programm stehen aber wie eben erwähnt, das Wetter machte nicht nur hier einen gewaltigen Strich durch die Rechnung.

etwa 4500 km, davon mehr als 10 % unbefestigt
Der ACT ist jeweils gelb und der TET in magenta markiert, ein Klick auf die Karte zeigt diese gross, ein Klick auf Routenname und Distanz führt zu Wikiloc und der herunterladbaren .gpx Datei. Die Schwierigkeitsgrade (SG) beziehen sich auf die bekannte Denzel-Alpenstraßen-Skala.
Zürich – Bienno

Distanz: 341 km
alles Asphalt
Wegen angekündigten Gewittern ging es schon nicht wie geplant via Dolomiten Richtung Friaul sondern eher südlich am Gardasee vorbei, in etwa auf der Route die ich schon 2014 gefahren bin. Aber kaum in Italien fielen schon zum ersten Mal Tropfen vom Himmel, naja, viel war’s nicht, nass wurde ich vor allem unter den Regensachen.
- 10 km von km 18 – 28, Einstieg mit tieferen Gräben und grösseren Steinen, danach einfache Kiesstrasse (SG 3)
Da dann in der Nacht doch noch ausgiebiger Regen vom Himmel viel, zog ich es vor, anstatt der unbekannten und wohl recht anspruchsvollen Piste hoch zum Crocedomini die asphaltierte Strasse zu nehmen und dann die Schotterpiste rüber zum Maniva, dort sollte es über den Passo della Berga runter nach Anfo am Lago d’Idro gehen, doch da war neuerdings ein Verbotsschild mit Androhung massiver Busse angebracht, also musste es asphaltiert nach Bagolino runtergehen. Genau bei der Tankstelle fielen dann die ersten Tropfen und über dem Lago d’Idro schwebten tiefschwarze Wolken, Zeit das Mittagessen vorzuziehen.
Kaum losgefahren waren wieder Regenwolken über dem Lago d’Idro, deshalb nahm ich eine alternative und schnellere Route aber auch so war das kein Zuckerschlecken durch den vielen Verkehr bis nach Riva del Garda, von dort ging es in vielen Kehren über den Passo Santa Barbara hinüber Richtung Rovereto aber von oben war schon wieder eine schwarze Wand zu sehen, so versuchte ich das drohende Gewitter nördlich Richtung Lago di Caldonazzo zu umfahren. Kaum dort oben merkte ich, dass ich meinen Trinkrucksack vor 100 km an der Tankstelle vergessen hatte, also zurück quasi auf Feld 1, natürlich hatte ich diesmal keine Möglichkeit mehr den Gewittern auszuweichen, die erwischten mich dann auch voll. Zurück in Bagolino hatte ich dann auch keine Lust mehr weiterzufahren und war überrascht vom schönen Ortskern der hoch über dem Tal thront.
- 8 km von km 37 – 45, Einstieg schwer, viel loses Geröll, danach lange schöne Kiesstrasse, hinten im Tal sehr steil (SG 3-4), würde hoch zum TET führen, habe nichts riskiert
- 19 km von 176 – 195, teilweise asphaltiert, 1. Teil schwieriger, 2. Teil einfache breite Kiesstrasse, eher moderat (SG 3)
Am nächsten Morgen ging es bei zunächst wunderschönem Wetter weiter, diesmal um den Lago d’Idro herum, dann ein sehr schönes Strässchen Richtung Gardasee und mittendrin hatte ich mir eine Piste rausgesucht, die quasi parallel zum TET durch ein Tal führte und dort in ein paar Kehren hoch zum TET führen sollte. Schon der Einstieg war sehr herausfordernd, viel loses Geröll dann aber ein wunderbares Kiessträsschen lange ins Tal hinein und dann folgten aber extrem steile Rampen, teilweise zwar betoniert aber ich wollte mich nicht schon am ersten Tag in Schwierigkeiten bringen, so fuhr ich halt zurück und runter dem Gardasee entlang.



Was für ein Verkehrschaos bis nach Riva del Garda. bis ich nach Rovereto in ein schmales Tal fuhr, das hoch zum Passo della Borcola führte, ein sehr schönes kleines Strässchen, die Abfahrt dann über 20 Kehren hinunter nach Posina. Kurz nach Arsiero erwischte ich die alte Strasse die wiederum in knapp 20 Kehren hoch hinauf Richtung Asiago führte, doch kaum auf der Höhe bog ich ab Richtung Monte Croce, endlich mal ein paar Kilometer Schotter und später breite Kiesstrasse.

Auch wenn es über den Bergen wieder grosse Gewitterzellen und Regen zu beobachten gab, kam ich ohne Regen durch, bis hoch zum Monte Grappa, dort war es dann aber nass und kalt, das Gewitter war schon vorbei, phhuu, Glück gehabt! Bei der Albergo Forcelletto bog ich rechts auf ein sehr schmales Strässchen ab das mich dann spektakulär über einige sehr steile Abschnitte über Stalle hinunter nach Seren del Grappa brachte. Der Rest der Route nach Conegliano war zuerst wieder verkehrstechnisch eher mühsam, die Kehren am Passo San Boldo waren dann aber Entschädigung für die Müh.
- 2 km von km 218 – 220, steiler Auftieg auf guter Kiesstrasse (SG 3)
- 20 km von km 250 – 270, einfacher Feldweg der sich lange einsam durch ein Tal zieht, Kies (SG 2-3), Tipp!!!
Ab nach Kroatien, ich hatte keine Lust mehr auf Experimente, in Kroatien war wieder Regen angesagt für den folgenden Tag und so wollte ich mich schnellstmöglich in „Sicherheit“ bringen, also ab auf die Autobahn und kaum in Slowenien auf kleinster Strasse Richtung Kroatien auf den ACT bei Buzet. Doch schon der erste Abschnitt war wegen einer Baustelle gesperrt, da nahm ich halt das kleine Nebensträsschen und verlor mich kurze Zeit später auf einer sehr groben Piste im Wald, also rechtsumkehrt, zurück auf die Hauptstrasse um dann doch noch ein paar Kilometer auf dem ACT zu einem Stausee zu machen. Dort verliess ich den Track wieder, meine Alternative führte mich nun vom Stausse weg auf einer sehr steilen unbefestigten Piste hoch, dann entlang eines kleinen Flusses bis Potpićan und dort hatte ich mir ein besonderes Schmankerl ausgesucht, hei machte das Spass.


Ein Kiesweg knapp 20 km durch ein weites Tal, kein Haus, kein Mensch, kein Auto, ein paar Hochsitze und Grillstellen, ansonsten Fahrfreude pur. Seltsamerweise war dann auch die Hauptstrasse entlang der Küste zur Fähre in Brestova verkehrsfrei, als ich die Fähre davonschleichen sah, wusste ich auch weshalb, tja dann. Die Inseln Cres und Lošinj kenne ich bestens, leider wurde nun auch der erste Teil ab Porozina neu gebaut, sehr schade, war immer eine meiner Lieblingsstrecken aber immer noch schön wenn man schnell ab der Fähre kommt….






- 7 km von km 129 – 136, teilweise sehr tiefer Schotter (SG 3-4)
- 5 km von km 149 – 154, einfacher Kiesweg (SG 2-3)
- 14 km von km 158 – 172, teilweise sehr tiefer Schotter (SG 3-4)
- 15 km von km 177 – 192, teilweise sehr tiefer Schotter und Spurrinnen (SG 3-4)
- 4 km von km 196 – 200 (Krasno), einfache breite Kiesstrasse (SG 2-3)
- 12 km von km 218 – 230, sehr schöne Waldstrasse, teilweise recht ausgewaschen, (SG 3-4) Tipp!!
Schnellstens sollte es heute aufs Festland gehen, gar nicht so einfach an einem Samstag bei Ferienende vieler Reisender. Auf die Fähre bei Merag ging es ja noch richtig zügig und sogar die ersten Meter auf Krk, doch vor der Brücke hinüber zum Festland staute sich dann alles auf 10 km!
In Križišće endlich am ACT angekommen, gab es schon den ersten Dämpfer, das kurze Stück auf der alten Strasse Richtung Hreljin war mit einem Fahrverbot belegt und obwohl eben 3 „Kollegen“ trotzdem dort einstiegen, liess ich das Stück aus, ich hatte es ja schon vor Jahren mit der Triumph gefahren….
Also folgte ich der Strasse auf dem gleichen Track, den ich ein Jahr zuvor in die andere Richtung gefahren war bis zum Abzweiger auf den für mich neuen Teil des ACT. Ich war erstaunt wieviele Kilometer teils jedoch sehr tiefe Schotterpisten die Scouts vom ACT bis Krasno erkundet hatten, alles parallel zu meinen Tracks, die ich seit Jahren immer wieder neu entdecke. Die Route entlang des Küstengebirges bot immer wieder atemberaubende Ausblicke auf die Küste und die davor liegende Inselwelt, einfach schön!


Den Abschnitt des ACT von Krasno bis Karlobag kannte ich nur allzu gut, deshalb machte ich noch während der langen asphaltierten Passage durch den Wald einen Abstecher und verliess den ACT auf einer schon früher erkundeten unbefestigten Alternative durch den Velebit Nationalpark, dass das Stück aber so schön war, daran konnte ich mich nicht mehr erinnern. Traumhafte 12 km ging es auf einer Waldstrasse durch die zerklüftete Fels- und Waldlandschaft bis zu einer Passhöhe hoch über Jablanac, auch dort wieder mit atemberaubenden Ausblicken zusätzlich belohnt, und schliesslich eine kleine Passstrasse hinunter zur Magistrale, die mich nach Karlobag brachte.





- 28 km von km 16 – 44, teilweise sehr tiefer Schotter, leichte Spurrinnen, erster und wohl schönster Teil von ACT Tag 2, dann Abfahrt durch den Wald (SG 3-4)
- 6 km von km 59 – 65, eigentlich einfacher Kiesweg aber wegen Gewitter bis knietiefe „Badewannen“, habe deshalb umgedreht (SG 3 wenn trocken, SG 4 wenn nass)
- 2-3 km vor Medak, einfacher Feldweg
- 20 km, Mali Alan Pass von km 112 – 132, teilweise recht weich und tief, Schutt von starken Gewittern, bei diesen Verhältnissen eher schwierig, SG 3-4
Der 2. Tag ACT endet in Gospić (hinter dem Berg…), deshalb ging es für mich von Karlobag aus erstmal wieder hoch zum Track, dort stieg ich in verkehrter Richtung ein und befuhr zum x-ten Mal, die für mich wohl schönste Stelle in diesem Gebirge, etwa 10 km zurück um dann erneut den ACT für eine eigene unbefestigte Variante hinunter nach Gospić zu verlassen. Dieses Stück bietet einfach mehr unbefestigte Waldstrassen, kann aber landschaftlich nicht mit dem eigentlichen Track mithalten, als Ganzes, mit dem Umweg vom Vortag jedoch sicher eine lohnenswerte Alternative.



Von Gospić Richtung Sveti Rok führt der ACT Tag 3 dann über kleine teils asphaltierte, dann wieder unbefestigte Strässchen, die jedoch von den Gewittern der Tage zuvor arg überschwemmt wurden, da waren noch immer teils knietiefe Badewannen von 10m Länge zu durchqueren, ich zog es vor mich nicht in eventuelle Schwierigkeiten zu bringen mit der vielen Elektronik die ich mitschleppe und machte einen Umweg über die Hauptstrasse.

Das Teilstück von Sveti Rok bis Obrovac über den Mali Alan Pass gehört seit Jahren zum Repertoire meiner Balkanreisen, hatte es auch im Jahr zuvor gefahren, doch diesmal überlegte ich es mir genau ob ich oben den Abzweiger, auf den mir noch unbekannten „Expertenteil“ zum Paklenica Nationalpark, wirklich wagen sollte. Ich hatte jedoch angesichts der ersten sehr schottrigen Kurven ein schlechtes Gefühl und so genoss ich nochmal einen grosszügigen Ausblick mit der Drohne durch Winnetou’s Land.




Da wieder schlechtes Wetter angekündigt war, beschloss ich dieses in Zadar auszusitzen.
- 20 km von km 40 -60, (schwere Variante von ACT) sehr tiefer Schotter, teilweise wie ein Flussbett, musste oben im Paklenica Nationalpark wegen zu starkem Wind umdrehen, der Wind hat mich umgehauen! (SG 4)
- 4 km von km 62 -66, unbefestigte Variante zum ACT, tiefer Schotter aber breite Piste (SG 3)
- 8 km von km 86 – 94, tiefer Schotter, teilweise recht ausgewaschen und tiefe Gräben, Pfützen (SG 3-4)
- 10 km von km 104 – 114 (Ervenik), oft breite Pisten, teilweise schlammig nach Regen, vor Ervenik Abfahrt auf sehr tiefem Schotter (SG 3-4)
- 20 km von km 150 -170, erste 10 km einfache aber wunderschöne Kiesstrasse durch ein Tal, vorbei am Slap Krčić Knin (Wasserfall), danach Feldwege teilweise sehr grobe Steine zum Auge von Kroatien in Cetina (SG 2-3/1. Teil, SG 3/2.Teil)
2 Tage und viele teils kräftige Regenschauer später sollte es nun auf dem ACT weitergehen, ich hatte gar den Mut das Expertenstück durch den Paklenica Nationalpark hoch zum Mali Alan nochmal anzugehen. Noch während ich mich mit den Kameras beschäftigte, zog beim Einstieg in Rovanjska ein Konvoi einer Quad-Tour an mir vorbei, mit viel Lärm aber in wahrlich touristischem Tempo, ich hoffte die dann bald überholen zu können, doch alles erst mal der Reihe nach. Unten noch ein harmloses Kiessträsschen, kam schon bald eine sehr sehr anspruchsvolle 300 m lange Passage mit viel losem Schotter, kindskopfgrossen Steinen, knöcheltiefen Spurrinnen, das ganze erinnerte (wohl wegen den Gewittern) eher an ein Flussbett mit Gefälle. Danach war es zwar meistens eher moderat zu fahren, mit jeweils kurzen aber wieder tiefen Abschnitten, die wenigen Kehren war zum Glück auch nicht allzu schwierig, dann eher die teils sehr böigen Windeinfälle. Doch kaum oben auf der Passhöhe blies es mich beinahe vom Motorrad, ein paar Foto-Aufnahmen und einen kurzen Chat mit dem Guide der Quad-Tour, die hier ebenfalls Halt machte, später ging es erst über eine kurze Fläche um dann in einem weiteren kurzen Aufstieg Richtung Mali Alan.



Doch auf dieser besagten Fläche blies mich der Wind beinahe von der Piste, ich bekam richtig Angst und beschloss zu drehen, was an sich bei diesem Wind schon unglaublich schwierig war, da kam dann noch der tiefe Schotter dazu. In gefühlt einer Viertelstunde hatte ich das Motorrad wieder in der gewollten Richtung, schaffte es aber nicht loszufahren wegen den Böen und eine dieser Böen warf mich mitsamt Motorrad kurze Zeit später auch um. Ich war schon zu Fuss unterwegs um mir Hilfe zu holen, als die Quad-Tour mir auf halbem Weg entgegen kam und mir aus der misslichen Lage half, DANKE! Der Rückweg hinunter war für mich wie meistens einfacher, obwohl mir das unterste schwere Stück nochmal ordentlich zu schaffen machte, dass ich nicht schon hier aufgegeben hatte, ein Wunder. Gleich bei der Einmündung in die Hauptstrasse entdeckte ich dann aber eine Piste, die mich 4 km lang parallel zum auf Asphalt verlaufenden ACT, nochmals entschädigte für die Mühen und entgangenen Highlights oben im Nationalpark.


Ein paar Kilometer weiter führte die Route dann wieder hinein in Winnetou’s Land, viele Szenen wurden im Zrmanja Canyon gedreht und kaum unten am Wasser bog der ACT wieder auf eine teils sehr ausgewaschene, grobschottrige Piste mit Schlammlöchern ab hoch Richtung Golubić und dann wieder asphaltiert hinunter zum Krupa Kloster, wo in einem Garten auch Erfrischung angeboten wird. Ein paar wenige Meter nach der reizvollen Flussquerung bog wieder eine diesmal breitere Piste ab, quer durch Weideland und durch einige tiefe Pfützen ging es nun nach Ervenik, kurz davor jedoch fühlte sich die Piste wieder eher nach Flussbett an, so tief war der lose Schotter. Mir war das Anstrengung genug, so liess ich das nächste Teilstück aus und stieg bei Knin auf den ACT Tag 4 wieder ein und dies ausserordentlich reizvoll, erst am Krčić Wasserfall vorbei, dann lange auf einer einfachen Kiesstrasse durch den jungen Krka Canyon um schliesslich nach ein paar herausfordernden Feldwegen in Cetina das Auge Kroatiens zu bewundern. Ein Loch in der Erde, gefüllt mit glasklarem Wasser das den Blick tief ins Innere des Karstes blicken lässt, fantastisch!





Ich hatte nun genug von Offroad und fuhr jedoch ein paar sehr schöne kleine Strassen am Roški Slap im Krka Nationalpark vorbei nach Skradin, ein Ort an dem ich immer wieder gerne übernachte.
- 5 km von km 22 – 27, meist einfacher Feldweg, etwas tief am Schluss (SG 3)
- 1 km von km 33 -34, hatte davor 2 Varianten nach Moseć abgebrochen, diese war kurz aber heftig, sehr ausgewaschen (SG 4)
- befestigt aber sehr schön km 38 -43
- 6 km von km 90 – 96, teilweise sehr tiefer Schotter (SG 3-4), danach kleine Passstrasse mit schöner Aussicht auf Split
Für den Weg zurück zum ACT Tag 4 hatte ich mir einige Offroadabschnitte rausgesucht, das eher kurze erste Stück war sehr einfach zu fahren, mal abgesehen von einer Hand voll Hunde die eine Schafherde bewachten. Obwohl das Hirtepaar dabei war, schafften sie es kaum die Hunde von mir anzubringen, immer wieder schlich sich einer von hinten ran aber mit viel Geduld und für mich erstaunlicher Ruhe überwand ich auch diese Hürde. Danach versuchte ich mehrmals auf Schotterpisten Richtung Moseć zu gelangen aber alle die Pisten sahen schon von weitem zu krass für mich aus, schliesslich liess ich mich jedoch von einem knappen Kilometer langen Kiesweg nicht mehr abbringen, ich war erstaunt wie souverän ich dieses sehr ausgewaschene und für einmal auch recht steile Stück schaffte. Ab Moseć führte dann ein sehr schmales Strässchen hinüber nach Gradac, die Abfahrt teils sehr steil aber mit sehr schönen Ausblicken ins weite Tal der Čikola. Auf der anderen Seite des Tals wartete der ACT, der Einstieg aber war echt nichts für mich, ein Single Trail mitten durchs Gebüsch, also rechtsumkehrt und die Stelle ein paar Hundert Meter umfahren, danach sollte es endlich losgehen, doch schon die ersten Pfützen gefielen mir überhaupt nicht und als kurze Zeit später ein Auto mit offenen Türen die Weiterfahrt verunmöglichte, es war kein Mensch weit und breit zu sehen, da hatte ich genug vom dauernden Umkehren und sucht mehr oder weniger den direkten Weg zur Fähre in Split. Allerdings hatte ich mir noch ein kurzes Schmankerl rausgesucht, kurz vor Split sollte es über einen kleinen Pass gehen, beim Einstieg hatten jedoch Bauarbeiter einen 50cm breiten Graben quer über die ganze Strasse aufgerissen, auf meine Frage ob es denn überhaupt möglich sei Richtung Split zu fahren legten sie einfach ohne Antwort eine Betonplatte über den Graben und das dahinter liegende Aushubmaterial und machten mir ein Zeichen jetzt einfach mal drüber zu fahren.
Ein sehr schöner Abstecher, teilweise auf eher tiefem, neu ausgeführtem Schotter und später auf einem kleinen asphaltierten Strässchen über einen Pass, der oben durch die Reste eines Waldbrandes jedoch einen sehr schönen Ausblick auf Split offenbahrte. Locker erreichte ich die Fähre nach Hvar um dann in den folgenden Tagen noch den letzten Tag des ACT zu befahren.
- 6 km von km 10 – 16, man sieht die Einfahrt kaum, sehr schwer weil steil, tiefer, loser Schotter, (SG 4(-5))
- 4 km, von km 16 – 20, hier könnte man vom Asphalt her einsteigen, tiefer Schotter (SG 3-4), danach auf Asphalt hoch zum Aussichtspunkt!
- 8 km von km 37 – 45, eher einfache Kiesstrassen, steile Stellen sind betoniert (SG 3)
- 10 km von km 51 -61, Einstieg sehr steil und ausgewaschen (SG 3) aber ganze Strasse 2-spurig (SG 2-3)
- 10 km von km 61 – 71, schmalere Schotterpiste, teilweise Wasserlöcher, teilweise tief aber sehr schön zu fahren (SG 3)
- 15 km von Gdinj km 76 – 91, steile Abfahrt, neu gegradet und gewalzt, danach sehr kurvig der Küste entlang, 2-3 asphaltierte Passagen, dazu ein paar ausgewaschene Passagen (SG 3)
- 3 km von km 116 – 119, seltsame breite Kiesstrasse der Küste entlang (SG 2-3), sehr steiler Ein- und Ausstieg (SG 4), beim 1. Ausstieg mit Baum versperrt, kann aber problemlos mit 1-spurigem Fahrzeug passiert werden. 2. Ausstieg wirklich sehr steil, nur 70m aber etwa 25-30% mit losem Geröll!! wahrscheinlich könnte man hier diese „Strasse“ um die Bucht weiterfahren….
- 4 km hin und zurück von km 124 – 128, nochmal eine seltsame breite Kiesstrasse der Küste entlang, bei der nächsten Bucht gibt es kein Weiterkommen, nur wenn man das Fahrzeug tragen kann….(SG 3)
Eigentlich war ja schönes Wetter angesagt aber dauernd zogen neue Regenwolken über Stari Grad als es gegen Mittag endlich aufhellte und ich mich doch noch entschloss wenigstens einen Teil des ACT zu fahren. Auf der alten Passstraße ging es erst hoch Richtung dem Ort Hvar auf der anderen Inselseite, kurz nach der Passhöhe verpasste ich aber erst mal die Abzweigung auf das erste Schotterstück, das hätte ich wohl auch lieber gleich bleiben lassen. Denn schon der Einstieg zeigte eher groben Schotter, führte dann an einer Plantage vorbei wo noch Leute Obst in ein Lieferwagen ladeten, ich dachte noch wenn der da rumfährt kann es ja nicht so……. und hoppla, da war ich schon mittendrin in einer über 15% steilen Abfahrt mit tiefen Gräben, sehr losem Geröll und unten einer Rechtskurve mit Gräben. Ok, ich schaffte es vom Motorrad runterzukommen und dieses von Hand da runterzuschieben, wie ich später vernommen hatte, hatten sich einige an dieser Stelle hingelegt. Danach folgten nochmal 2 Auf- und Abstiege, jeweils kurz aber heftig, die Äste der Bäume links und rechts machten es nicht einfacher die richtige Spur zu finden. Nach ein paar Meter Asphalt und einem möglichen Ein- oder Ausstieg ging es nochmals ein paar Kilometer, dieses Mal aber einfacher bis zu einer kleinen Strasse die einem hoch zu einem Aussichtspunkt weit über Hvar brachte.



Der nächste Abschnitt war zuerst lange asphaltiert, ich war sehr froh drum, zu steil waren die Kehren hoch auf den Inselrücken aber kaum oben führte eine kleine Schotterpiste bis zu einer Passhöhe, weiterfahren geht hier wirklich nur noch für Mountainbiker, der Track führte nun links runter ins Tal, immer betoniert wenn es sehr steil wurde aber sehr reizvoll. Ein paar Kurven weiter kurz vor einer Tunneleinfahrt führte die Route nun wieder rechts weg hoch auf den Kamm, zuerst breit aber sehr steil und später ab der Passhöhe lange als gute Kiesstrasse wieder dem Inselrücken folgend. Dann kurz vor einem Weiler rechts weg wurde die Piste nun wilder, schmaler aber auch überaus reizvoll um mit genug Gas durch diese Pampa zu brettern.




Nach kurzem Intermezzo auf der Hauptstrasse führte ab Gdinj eine breite, sehr steile Piste hinunter ans Meer, ich wunderte mich noch über die gute Fahrbarkeit als ich unten eine Walze sah, die wohl nach jedem Regen die Piste neu walzt. Nun ging es lange um unzählige Buchten herum dem Meer entlang, immer mal wieder kurze aber knackige Auf- und Abstiege überwindend, mal ausgewaschen, mal einfache Kiesstrasse aber immer wunderbare Blicke auf kleine Buchten bietend, da und dort auch von ein paar Häusern oder gar Restaurants gesäumt.


Angesichts des fortgeschrittenen Tages verzichtete ich dann auf das letzte Teilstück des ACT und bescherte mir aber selbst noch das eine oder andere unbefestigte Abenteuer an der Nordküste. Da ging es erst asphaltiert auf einer kleinen Strasse runter zu einer Bucht um dort kurz aber heftig steil hoch auf eine breite Schotterpiste abzubiegen. Sehr seltsam diese Strasse der Küste entlang, sah aus als ob hier mal eine breite Küstenstrasse geplant war und nie fertig gebaut wurde allerdings nur bis zur nächsten grösseren Bucht, dort war eine genauso steile Abfahrt mit einem Baum versperrt, ein Durchkommen mit 2-Rädern war jedoch möglich. Irgendwie sah ich keine Strasse durch die Häuser und blieb deshalb auf der Piste, die wieder steil hoch und kurz danach aber noch viel steiler wieder etwa 70 m hinunter auf eine asphaltierte Strasse führte. 70 m aber bestimmt 25% Gefälle auf losem Kies und Schotter, da kam ich aber richtig ins Schwitzen als ich die Maschine wieder zu Fuss da runter schob, immer hoffend nicht auszurutschen, zu präsent waren mir die Bilder aus Korsika damals, als mir die Belgier zu Hilfe eilten und einfach den Abhang hinunterrutschten.



Nun, auch dies hatte ich geschafft aber aufgeben mochte ich nicht, zwar führte diese Piste weiter um die Bucht herum, dies taute ich mich nicht, fuhr kurz hoch zur Hauptstrasse um dann gleich wieder runter zur anderen Seite der Bucht zu kommen und nochmal führte so eine Piste bis zur nächsten Bucht, dort gab es aber definitiv kein Weiterkommen mehr (ausser wenn das Fahrzeug eine kurze Treppe hinunter gehoben werden kann).
Hier setzte ich nun tatsächlich dem ACT Kroatien meine eigene Krone auf, die weiteren Tage sollten vor allem viel Ungewissheit bringen.
Stari Grad (Hvar)




Während des Aussitzens eines weiteren Regentages erreichten mich verschiedene Meldungen bezüglich des Unwetters Boris, das sich nach dem Überschwemmen von Dubrovnik nun langsam nördlich bewege. Kroatien warnte offiziell vor Unwettern und bat die Touristen sich in Sicherheit zu bringen oder wenn möglich das Land zu verlassen, in verschiedenen Facebook Gruppen (auch TET) wurde explizit aufgefordert sich von den Bergen und unbefestigten Strassen fernzuhalten. Stundenlang studierte ich die Satellitenbilder um eine Route oder einen Weg aus der beängstigenden Situation zu finden und beschloss tags darauf mich durch einen Fahrtag im Regen Richtung Istrien aufzumachen.
- befestigt aber sehr schön von km 21 – 28, kleine schmale Strasse durch ein Tal
- befestigt aber sehr schön von km 56 – 60, kleine schmale Strasse entlang einer Bergflanke danach>
- 2 km von km 60 – 62, teilweise loser Schotter (SG 3)
- 2 km von km 97 – 99, teilweise loser Schotter (SG 3-4)
- > danach schöne Passstrassen bis Makarska
Die Wettervorhersagen änderten beinahe stündlich und so entschied ich mich noch auf der Fähre nun doch 2 bis 3 Tage ein bisschen weiter nach Süden zu fahren, dort im Auge des Tiefs 2 trockene Tage Pause zu machen und dann mal weiterzuschauen.
Eigentlich wollte ich schon in den Bergflanken gleich hinter Split auf eine Schotterpiste abbiegen, angesichts des vielen Schwemmguts liess ich das aus und fuhr lange auf kleinen befestigten Strässchen hinter dem Küstengebirge Richtung Zagvozd. Da waren aber dann doch auch zwei besonders hübsche und erwähnenswerte Abschnitte dabei, so von Donjie Sitno bis Gata und später von Gornja Brela nach Škerići, dort waren die letzten 2 Kilometer gar unbefestigt.



Auf kleinen Strassen und nicht der Hauptstrasse 62 ging es entlang der Autobahn Richtung Rašćane bis ich nach 2 verbotenen Abfahrten ins Tal in einem Weiler und auf Schotter landete. Nach einem kurzen Gespräch mit einem sehr vielsprachigen Einwohner nahm ich die 2 km lange Piste in Angriff, zuerst ein einfacher Feldweg und später dann doch wieder recht ausgewaschen mit losem Schotter um dann hoch über Rašćane wieder ein kleines asphaltiertes Strässchen zu erreichen, wirklich sehr schön dieser Abschnitt, gefolgt von einer meiner Lieblingsstrecken hinüber nach Makarska. Beinahe jedesmal wenn ich in Kroatien bin fahre ich diesen Pass und bin doch immer wieder begeistert nach den vielen schönen Kurven unvermittelt dieses Panorama über die darunterliegende Inselwelt zu geniessen.




- 4 km von km 4 – 8, einfache Kieswege (SG 3)
- 3 km von km 13 – 16, einfacher Kiesweg (SG 2-3
- 4 km hin und zurück, von km 16 – 20, teilweise ausgewaschen, tiefer Schotter, habe bei Bauernhof umgedreht (SG 3-4)
- 2 km hin und zurück, von km 22 – 24, Versuch von der anderen Seite, sehr ausgewaschen (SG 4)
- 3 km von km 28 – 31, einfacher Kiesweg (SG 2-3)
- 3 km von km 39 – 42, einfache Kieswege (SG 3)
- 8 km von km 43 – 51, kurze Abschnitte asphaltiert, sonst teilweise sehr steile Rampen (SG 4)
- 3 km von km 77 – 80, Kiesweg entlang der Küste, kurze Abschnitte asphaltiert (SG 2-3)
- 4 km von km 86 – 90, Schotterpiste, teilweise recht anspruchsvoll, eine kurze sehr steile ausgewaschene Rampe (SG 4)
Anstatt der angekündigten Sonne tags darauf, musste ich mal wieder einen Tag im Regen absitzen, dafür bot der folgende Tag entgegen den Vorhersagen eitel Sonnenschein. Spontan nutzte ich diesen um die Küste Richtung Ploče zu erkunden, hatte ich doch auf Google Streeview einige Schotterpisten ausfindig machen können.





Schon hoch über Makarska gabs den ersten Schotter unter die Räder und es sollten viele solcher „Radwege“ folgen, immer schön hoch über der vielbefahrenen Küstenstrasse. Hoch über Drašnice ging es zum ersten Mal etwas herausfordernder zur Sache, steile Rampen, ausgewaschene Kehren, Viehgatter um mich dann plötzlich inmitten faul herumliegender Kühe und derem Mist wiederzufinden, ohne allerdings einen weiterführenden Weg zu entdecken. Also rechtsumkehrt zurück und nach ein paar Metern auf der Küstenstrasse von der anderen Seite hoch aber eine Kehre bei einer Kapelle war mir dann doch zu arg ausgewaschen und steil, so liess ich dieses Experiment bleiben.



Nach einem einfachen aber nicht minder schönen Abstecher bei Živogošće folgte dann ab Drvenik der längste, teilweise jedoch von Asphalt unterbrochene, unbefestigte Abschnitt. Vor allem ab Zaostrog führte die Route durch teilweise sehr steiles Gelände, da gab es plötzlich nur noch durch hohes Gras getrennte Fahrspuren um dann aber bei einem Aussichtspunkt einen wunderbaren Blick über die Küste zu gewähren, die Fortsetzung war dann nicht mehr ganz so herausfordernd, auch weil die steilsten Rampen in Gradac wieder betoniert waren.





In Gradac war eine Pause angesagt, der Strand und die Restaurants direkt am Meer laden geradezu dazu ein innezuhalten, einfach traumhaft!
Einige Kilometer ging es nun zurück auf der Magistralen um ab Igrane bis Drašnice erneut unbefestigt entlang der Küste zu fahren, ehrlich gesagt hatte ich mir diesen Abschnitt reizvoller vorgestellt, Bäume versperren aber meistens die Sicht aufs Wasser.


Kurz vor Makarska hatte ich bei der Hinfahrt eine Piste von oben entdeckt, die galt es nun zu erkunden. Ab dem Friedhof hoch über Podgora führt eine kleine Schotterstrasse zu einer Gedenkstätte und dann teilweise recht abenteuerlich über ein paar Kehren zurück zur Hauptstrasse, kein leichtes Unterfangen.
- befestigt aber sehr schöne kleine Passstrasse von km 26 -30
- 3 km von km 103 -106, breite Kiesstrasse zwischen Windrädern (SG 3), danach schöne kleine Strasse mit vielen Kehren
- sehr kurvige Strasse von Donji Dolac nach Dugopolje
- 5 km von km 170 – 175, schwere, tiefe, enge und steile Schotterstrasse, letzter Teil sehr schön (SG 4)
- 5 km von km 199 – 204, schmale, tiefe Schotterstrasse, eine sehr ausgewaschene Stelle bei einer Abfahrt (SG 4)
- 3 km von Bribir km 233 – 236, steinig und schlammig (SG 4)
- 4 km von km 278 – 282, neu gegradete Piste (SG 3)
Ich hätte nun noch ein, zwei halbwegs trockene Tage „geniessen“ können oder wie ich es vorzog, diese Nutzen um trocken Richtung Triest zu kommen.
Wie fast immer ging es die Passstraße hoch, auf der hinteren Seite wählte ich jedoch zum ersten Mal eine Alternative, wunderschön das kleine Strässchen von Duge Njive über viele Kehren hinunter nach Vlaka. Ähnlich ging es weiter bis Slivno, immer wieder wunderbare Aussichten bietend auf das Nahe Bosnien.



Es folgten über 100 kaum erwähnenswerte Kilometer bis auf einen sehr kurvigen Abschnitt von Donji Dolac nach Dugopolje und einmal etwa 3 km unbefestigt durch einen Windpark hindurch. Südlich von Kladnjice änderte sich das, eine sehr herausfordernde „Abkürzung“ brachte mich an meine Grenzen, sehr steile, ausgewaschene Rampen auf tiefem Schotter bis zu einer kleinen Passhöhe, danach eine wunderbare Schotterpiste zurück auf den Asphalt, diese bloss 5 km hatten sich dann doch der Mühe gelohnt.




Dann gab es da noch den 5 km langen unbefestigten Abschnitt nach Čvrljevo, in bester TET Manier ging es da quer über Land, mit einer kurzen aber sehr schweren, ausgewaschenen Abfahrt mittendrin und dann genauso nach Bribir, ein sehr steiniger, dann wieder schlammiger 3 km kurzer Abschnitt, den kann man sich gerne ersparen.
Im Gegensatz zum letzten unbefestigten Abschnitt des Tages, der mich über eine neu gegradete Piste nochmal in den Zrmanja Canyon führte, wunderschön der Ausblick auf den Canyon und den dahinter liegenden Mali Alan.



Ab Obrovac hiess es dann der kräftigen Bura zu trotzen, dem Fallwind aus dem Velebit Gebirge, der jegliches Bewachsen von Grün auf der Festlandseite der Insel Pag verhindert, es war extrem ungemütlich und anstrengend. Der Ort Pag wurde quasi vom Wind weggeblasen, kaum eine Seele auf der Strasse, nicht wirklich einladend.


- 20 km von km 207 – 228, teilweise asphaltiert, sonst sehr schöne Schotterstrecke, gewisse Abschnitte ziemlich tief (SG 3)
- 4 km von km 252 – 256, einfache Kiesstrasse (SG 2-3)
- 3 km von km 266 – 269, eher tiefe Schotterpiste (SG 3)
Das unwirtliche Wetter vom Vorabend bescherte mir eine frühe Nachtruhe und ein frühes Aufstehen, noch immer blies die kräftige Bura und so versuchte ich schnellst möglich die Insel zu verlassen und gegen Norden zu kommen. Kurz vor der Fähre erwischte mich eine Böe, die mich tief auf die Fussrasten und slidend um die Kurve drückte, huch, hätte ich nicht einiges an Erfahrung, auch Offroad, ich wäre bestimmt gestürtzt.



Obwohl 20 Minuten zu zeigte man mir an mich auf die Fähre zu beeilen, kaum drauf war Schoten dicht, Klappe hoch und die volle Fähre legte ab Richtung Festland. Ich fragte mich noch bis zu welcher Windstärke die wohl fahren als eine Mütze vom Kopf eines Passagiers weg an mir vorbeiflog, auch Aufnahmen mit der Kamera in der Hand waren kaum möglich, ich hatte Angst, dass sie mir aus den Händen gerissen wird.
Die Küstenstrasse bis Senj war dann ein einziger Kampf gegen Böen, plötzlich konnte es einem um 1 Meter versetzen, da war höchste Aufmerksamkeit gefragt. In Senj erzählte mir dann eine gestrandete Gruppe Motorradfahrer, dass die Strasse weiter nach Rijeka wegen Wind gesperrt sei, so liess ich dann auch meine geplanten Offroadabschnitte parallel zum ACT aus und fuhr die mir aus dem Vorjahr bekannte Route knapp unter dem Gebirgskamm nach Fužine und weiter auf der Autobahn nach Opatija.
Richtig schön angenehm windstill und sonnig war es dort, genau richtig um nochmal einen Abschnitt des ACT Kroatien Tag 1 zu fahren, eine wunderschöne 20 km lange, meist einfache Schotterpiste durch den Wald Richtung Buzet.




Langsam galt es ein Tagesziel festzulegen, Gorizia am TET Slowenien schien da perfekt und schon kurz nach der Grenze zu Slowenien entdeckte ich eine Kiesstrasse, natürlich musste ich die noch mitnehmen und kurz darauf merkte ich, dass ich mich schon auf dem TET Slowenien befand…
Auch die Abkürzung auf dem TET nach Lokev auf einer recht tiefen Schotterpiste nahm ich noch mit um dann befestigt aber teils traumhaft kurvig im Hinterland von Triest Richtung Gorizia zu fahren.
- 11 km von km 16 -27, teilweise asphaltiert, sonst einfache Kieswege (SG 2-3)
- 3 km von Lokve km 57 – 60, breite Kiesstrasse (SG 3)
- 14 km von km 204 -218, Straniger Alm, recht steil, teilweise schmierig nach Regen, Abfahrt erschwert durch schlammige Waldarbeiten (SG 4 / sonst SG 3-4)
Kaum war ich aus Gorizia raus befand ich mich auf einer kleinen Strasse entlang eines Flusses, allerdings nur kurz, schon wurde die Weiterfahrt vom einem quer über die Fahrbahn liegenden Baum versperrt. Angesichts angesägter Baumstrunke dachte ich noch, dass nun schon auf asphaltierten Strassen Sperrungen gegen zu viel TET Verkehr eingerichtet werden aber bei genauem Hinsehen war der Baum wohl doch Opfer der heftigen Stürme oder Winde der letzten Nacht, kamen doch von der anderen Seite eben 2 Einheimische entgegen, die ebenfalls sehr überrascht waren.

Tja, kurz vor dem Überqueren des Flusses sah ich noch einen Feldweg abbiegen, der stellte sich nun als wunderbare, unbefestigte Alternative heraus, mit einige kurzen Wasserpassagen aber durchaus sehr nett und genauso nett ging es ein paar Atemzüge später etwa 10 km auf einfachen Kiestrassen weiter auf dem TET Slowenien. Der Rest Richtung Norden und italienischer Grenze war bis auf eine 3 km lange breite Strasse alles asphaltiert, teils wunderschöne Bergstrassen aber unter TET hatte ich mir schon etwas anderes vorgestellt.



Einige Stunden später stand ich in Pontebba vor dem Verbotsschild zum Lanzenpass (passo cason di lanza) und um nicht wieder dutzende Kilometer auf der Haupstrasse zurückfahren zu müssen, beschloss ich trotz sehr dunkler Wolken übers Nassfeld hinüber nach Österreich zu fahren und dann via Straniger Alm zurück ins Friaul. Das Wetter machte leider nicht viel Freude, Nieselregen, Nebel, einfach richtig herbstlich ging es erstaunlich steil hoch zur Straniger Alm, so feucht wie sich die Schotter- Waldpiste zeigte, war das überraschend anspruchsvoll. Da ich schon von vielen Leuten von dieser Passage wusste, ignorierte ich ausnahmsweise das Verbot mit der Waldstrasse auf italienischer Seite, auch die zu Fuss unterwegs angetroffenen Grenzschützer grüssten freundlich, so nahm ich diese sehr herausfordernde, steile Abfahrt in Angriff, erschwert durch Waldarbeiten, die in den feuchten Schotter noch tiefe, erdige Gräben hinterliessen. Trotzdem war das dann doch noch ein bisschen erfreutes Offroad an einem sonst sehr durchzogenen Tag.








- 8 km von km 22 – 30, Panoramica delle Vette, sehr schöne Panaromastrasse, nur oberer Teil unbefestigt, einfache Kiesstrasse, gegen Ende bisschen mehr Schotter (SG 3)
- 11 km von km 55 – 66, sehr viele steile Kehren, asphaltiert, dann der unbefestigte Aufstieg sehr ausgewaschen, viel loser Schotter (SG 4), Abfahrt einfacher (SG 3-4)
- Passo della Forcella Aufstieg asphaltiert aber teilweise 28% Steigung >
- 13 km ab Passhöhe von km 82 -95, Schotterstrasse, teilweise asphaltiert, moderat (SG 3)
- > Die weiteren Vorhaben waren leider durch Fahrverbote belegt
Zu Beginn der Reise wollte ich ja einige Offroadabschnitte im Friaul mitnehmen, das sollte nun nachgeholt werden. Ein sehr schöner Morgen grüsste, mit eitel Sonnenschein ging es viele Kehren hoch zur Panoramica delle Vette, was für ein Genuss bei diesem Kaiserwetter. Ich vernachlässigte den Benzingeruch der mir in die Nase stieg, auch die teils sehr niedrige Standgas Drehzahl der Aprilia Tuareg, genauso wie ein akkustisch wahrnehmbares Säuseln, als ob Luft durch Unter- oder Überdruck entweicht. Das sollte sich beim ersten Fotostopp rächen, die Maschine wollte nicht mehr anspringen, trotz längerem Drücken auf den Starter. Ein Gefälle liess sich an dieser Stelle nicht ausmachen also musste da andersweitig eine Lösung her. Bei Unter- oder Überdruck dachte ich an den Tank, entfernte den Deckel mehrmals, schraubte ihn wieder auf aber es änderte sich nichts, erst als ich den Deckel weg liess, sprang sie sofort an, hmmmm, für den Rest des Tages war ich skeptisch, allerdings tauchte der Fehler nicht mehr auf. Die Panoramica delle Vette ist wie der Name es vermuten lässt, eine wunderschöne Panoramastrasse wobei der oberste, eher flache Teil unbefestigt ist und sehr viele Ausblicke auf die Dolomiten bietet.


Kaum im Talboden in Comeglians ging es erst auf einer kleinen Nebenstrasse durch die Dörfer am Berghang am Einstieg des Passo Zoncolan vorbei um dann über Ovaro erst richtig steil anzusteigen. Parallel zum Zoncolan schraubte sich diese kleine Strasse in teils wohl über 25% steilen dutzenden Kehren hoch bis bei der Malga Arvenutis ein eher flacher Abschnitt folgte, ab hier dann unbefestigt. Plötzlich aber folgte ein Abzweiger scharf rechts und eine ausgewaschene, steile Schotterpiste weiter über zwei, drei Kehren mit wirklich steilen Abschnitten bis zu einer Anhöhe und am Bivacco Claupa vorbei zu einer Art Passhöhe, obwohl die Strasse nach dem Felsdurchbruch noch ein paar Meter anstieg. Die Abfahrt schien mir einiges einfacher, wenn auch bedeutend länger unbefestigt, insgesamt wohl ein sehr unbekannter wenig befahrener Abstecher.


Im Gegensatz dazu dann der wohl noch steilere Aufstieg ab Ovaro zum Passo della Forcella, der auch als TET hinüber zum Lago di Sauris führt, unglaublich steile Rampen von 28% Steigung waren zu überwinden, immer wieder betend, dass kein Gegenverkehr auftaucht, da würde sonst nur Motor abwürgen vor einem unkontrollierten Rückwärtsfahren helfen.



Ab der Passhöhe war diese wunderschöne Strasse dann bis auf sehr steile betonierte Abschnitte unbefestigt aber immer gut zu fahren, seltsamerweise immer wieder mit Zwischenanstiegen ging es teils als alpine Schotterpiste, dann wieder schöne Waldstrasse hinunter nach Sauris, der TET würde dann zwischendurch Richtung Westen abzweigen. In Sauris di Sopra wollte ich dann wieder hoch und via Malga Malins hinüber ins Val Pesarina, auf dieser Strecke würde der TET runterkommen, allerdings war da ein Fahrverbot wegen Bauarbeiten, schade! Also ging es auf der breiten Passstrasse hinüber zum Einstieg zur Forcella Lavardet aber auch dort erwartete mich ein Verbotsschild, später erfuhr ich dass diese Tafel schon lange dort steht und ignoriert werden kann, das mache ich aber wenn irgendwie möglich nicht. Da meine Pläne nun sehr arg durchkreuzt wurden und ich nicht wieder zurückfahren mochte, fuhr ich in weitem Bogen langweilig bis zum Lago di Barcis um dann bei Piancavallo nochmal einen Offroadabschnitt mitzunehmen, allerdings war es bei Barcis dann schon Zeit für ein Hotel, der Plan sollte dann tags darauf fortgesetzt werden.

Distanz: 286 km, plus 327 km bis Zürich
- 3 km von km 79 – 82, Waldstrasse, teilweise recht viel Schotter (SG 3)
- 2 km von km 83 – 85, einfache Waldstrasse (SG 2-3)
- 5 km von km 93 – 98, teilweise befestigt, sehr steile Abfahrt, viel Schotter (SG 3-4)
- befestigt aber sehr schön von km 143 – 157 Passo del Praderodego
Kalt war es auf dem Weg zurück nach Barcis und erst recht hoch nach Piancavallo, dort sollte der Einstieg auf die Panoramica zum Passo Crosetta erfolgen aber auch hier leider wieder ein Fahrverbot wegen einer Baustelle, also musste ich auf der langweiligen, breiten Passstrasse zurück in die Ebene und versuchte den Einstieg ab Sarone.




Eine wirklich schöne kleine Runde hatte ich entdeckt, das Fahrverbot von der anderen Seite gesehen und wollte nun zurück zum Passo Crosetta als ich ein paar Kurven später wieder vor 2 Verbotsschildern ohne Ausweg stand, das eine wieder wegen Baustelle und weil Samstag war, versuchte ich diese ausnahmsweise zu passieren, was auch absolut problemlos ging.




Die Abfahrt Richtung Vittorio Veneto war dann aber nochmals richtig abenteuerlich, sehr steil, dann meist betoniert aber sonst auf sehr grobem Schotter. Von Vittorio Veneto sollte es nochmals hoch gehen auf den Monte Visentin, doch auch hier stand schon weit vor der Höhe ein Verbotsschild, richtig mühsam. Ziemlich verärgert nahm ich nun noch meine letzte Hoffnung in Angriff, ein Übergang parallel zum Passo San Boldo, der Passo Praderadero, dort war zwar alles befestigt aber oben wunderschön in die Felsen gehauen, im Vergleich zu San Boldo war dann aber auch die Abfahrt einiges schöner.

Auf Hauptstrassen ging es dann quer durch die Dolomiten nach Auer südlich von Bozen, welches ich gegen 17.00Uhr erreichte, früh genug um gleich noch den Rest bis Zürich anzugehen. Der Sonnenuntergang auf dem Flüelapass gab mir schliesslich nochmal einen Lichtblick in einen sonst sehr trüben Urlaub, der leider sehr viel Energie wegen der Wetterkapriolen kostete.


















