Wie üblich fallen runde Geburtstage meistens alle 10 Jahre an und so wollte ich auch diesen auf der Südhalbkugel an der Wärme feiern. Neuseeland schloss ich wegen der langen Flugzeiten aus, Australien hat mich bisher nicht gereizt, für Südafrika hatte ich eine (zu) teure Offerte bekommen (zudem ist im Osten im Dezember Regenzeit), also durfte es wieder nach Südamerika gehen. Da mich vor allem der Altiplano fasziniert und mir 4 Wochen Urlaub reichen mussten, entschied ich mich in Santiago de Chile bei Dosruedas ein Motorrad zu mieten. Meistens wird es erst ab 4 Wochen günstiger das eigene Motorrad zu verschiffen, deshalb war packen für den Flieger angesagt.
Wichtig an dieser Stelle, ein Bekannter (Beni, YT: MrBenfru) fand die Idee den Dezember in Südamerika zu verbringen sehr reizvoll und schloss sich mir spontan an, da wir auch schon einige Male Tagestrips zusammen machten und uns auch sonst oft und gut austauschen, sah ich keine Probleme mal eine Reise mit Begleitung anzugehen. Allerdings machte sich nun bei Beni langsam eine Schwere breit, die Weiten mit den langen Geraden, die dürre Hitze und der Wunsch die anstehenden Weihachtstage mit der Familie zu verbringen wurden stärker, trotzdem machten wir uns auf, rüber nach Argentinien zu fahren.

über 2500 km, davon knapp 800 km unbefestigt
Ein Klick auf die Karte zeigt diese gross, ein Klick auf Routenname und Distanz führt zu Wikiloc und der herunterladbaren .gpx Datei. Die Schwierigkeitsgrade (SG) beziehen sich auf die bekannte Denzel-Alpenstraßen-Skala.
Zum ersten Mal über 4800 m, wo ausser im Himalaya oder eben den Anden ist so etwas möglich? Kurz nach dem Ortsausgang steigt die Strasse beinahe gerade den Berg hoch und schon 40 km später hat man 2000m Höhe gewonnen, die Luft zum Atmen wird dünn, ich hatte leichten Schwindel verspürt, erst recht wenn ich mich vom Motorrad schwang um Fotos zu machen, ich musste deshalb mehrmals versuchen alles einen Schritt langsamer zu machen und immer wieder tief und ruhig zu atmen. Allerdings brachte mich nicht nur die dünne Luft um den Atem, vor allem diese Landschaft, diese Farben, im wahrsten Sinn des Wortes einfach atemberaubend!!!!





Die Grenzkontrolle nach Argentinien verlief recht flüssig (beide sind in einem Gebäude untergebracht) und nach gut 40 Minuten waren wir wieder im Sattel, diesmal auf argentinischem Boden, tanken hätte man dort auch gleich können. Übrigens ist der Paso de Jama nicht ein Pass wie bei uns, kaum hat man mal die 4000m überwunden, bleibt man für mehr als 200km auf dieser Höhe bis man in Susques nach 275 km auf 3500m den ersten Ort nach San Pedro findet, hier gibts wieder Benzin und Unterkünfte. Es war erst 15.00 Uhr, so beschlossen wir weiter bis hinunter nach Tilcara zu fahren, zuerst an den Salinas Grandes (riesiger weisser Salzsee) vorbei, dann über die Cuesta de Lipan nach Purmamarca.




zuerst an den Salinas Grandes vorbei und über die Cuesta de Lipan nach Purmamarca
Eigentlich wollte ich Beni diesen berühmten Ausblick zeigen, doch kurz vor der Passhöhe drückten die Wolken unheimlich dicht auf die Berge und die Sicht, die Temperatur sank in 20 Minuten um 20 Grad und eben, sehen konnten wir kaum mehr als 10m weit. Unten im Tal wars dann halt einfach bewölkt wie wir das kennen, schade, denn die Quebradas um Tilcara sind weltberühmt, deshalb ist dort auch eine gute touristische Infrastruktur entstanden.
Auch das Hotel el Jardin Dante bot sehr schöne Zimmer zu einem fairen Preis.
- 35 km von km 129 – 164 ab Abra Pampa breite Kiesstrasse/Ripio mit teilweise tiefen Spurrillen (SG 3)
- 44 km von km 164 – 208 bis Ruta 40 schmale Kiesstrasse, teilweise sehr sandig (SG 3)
- 38 km von km 208 – 246 breite Kiesstrasse/Ripio mit leichten sandigen Spurrillen (SG 2-3)
- 53 km bei km 246 Abzweiger verpasst dann bis km 297 breite Piste/Ripio mit tiefen, weichen Spurrinnen und Sandpassagen, Sandlöcher, sehr schwer (SG 4)
- 66 km von km 319 – 385 breite Piste/Ripio mit tiefen, weichen Spurrinnen und Sandpassagen, Sandlöcher, schwer (SG 3-4)
- 53 km von km 385 – 438 sehr schöne, schmale Kiesstrasse, wirdnimmer heftiger, teilweise sehr sandig durch Bachbett, teilweise recht ausgewaschen (SG 3-4)
Für diesen Tag hatten wir uns eigentlich schon einiges vorgenommen, es sollte mehr werden, auch entscheidendes. Zuerst noch in allerbester Stimmung ging es auf Asphalt das Tal hoch an den eindrücklichen schlafenden Giganten bei Tres Cruzes vorbei nach Abra Pampa, dort getankt und abgebogen auf den ersten richtigen Ripio, ein sehr gerippte Wellblechpiste, teilweise auch recht tiefe und sandige Spuren, sehr mühsam zu fahren. Zudem machen die Dutzenden Meter langen Staubfahnen es beinahe unmöglich langsamere Fahrzeuge zu überholen, so waren wir froh gerade noch vor einem Bus diesen Abschnitt angegangen zu sein. Leider überholte uns dieser bei einer kurzen Pause wieder, da aber auch dieser einen Stop einlegen musste, konnten wir ihn wieder hinter uns lassen und den Pass hinauf zur Ruta 40 in Angriff nehmen. Nicht sehr steil aber mit vielen staubigen und sandigen Kurven schraubte sich die Strasse hoch zu einem reizvollen Plateau wo sich die Ruta 40 dann mit unserer vermengte und Richtung Susques führte, immer wieder begleitet von bizarren Felsformationen oder kleinen Canyons.




von den schlafenden Giganten über Abra Pampa zur Ruta 40
Leider fuhren wir wieder auf einen Staubspeihenden LKW auf, Beni war sehr fixiert darauf diesen schnellstmöglich zu überholen, so übersah er den Abzweiger, der uns dies erspart hätte. Nach grauenhaften 10 km war auch ich am LKW vorbei, das Zittern in den Knien da diese Piste der blanke Horror war, tiefen Furchen im Ripio, schnurgeradeaus, deshalb fuhr auch der LKW über 80, also mit etwa 100 km/h auf einer schwingenden Maschine neben diesem Truck vorbeiziehen, eine echte Mutprobe.

Im Staub des LKW den Abzweiger verpasst
Schon länger war eigentlich auf dieser Strecke Susques ausgeschildert, deshalb wollte ich auch gar nicht mehr zurück, das wäre jedoch bestimmt besser gewesen, denn die folgenden 20 km waren leider noch schlimmer als die eben bewältigten. Ich hatte für mich einen Weg gefunden das Herz in die Hand zu nehmen und möglichst schnell zu fahren um mit den Fliehkräften möglichst stabil zu bleiben, wahrlich nicht immer einfach. Wir beide waren froh als wir endlich den Abzweiger nach Susques erreichten, nochmal eine Piste mit tiefen Sandlöchern und dann einen kleinen Pass später waren wir wieder auf der Passstrasse des Paso de Jama.

Und wieder war es erst 15.00 Uhr in Susques, deshalb beschlossen wir, uns die 120 km auf der Ruta 40 nach San Antonio de los Cobres auch noch zu geben, nicht wissend, dass die erste Hälfte wieder so eine breite, sandige mit tiefen Spurrillen versehene Piste sein würde. Während es für mich recht gut lief hatte Beni total die Schnauze voll und wäre am liebsten auf der Stelle nach Hause geflogen, zum Glück entpuppte sich der Rest der Strecke auch für Beni als traumhafter Abschnitt auf immer enger werdender Piste durch eine fantastisch schöne Natur im immer gelber werdenden Abendlicht.





Ruta 40 von Susques nach San Antonio de los Cobres
Kurz vor San Pedro schlängelt sich die Piste durch einen engeren Canyon, teilweise im durchs Bachbett und so eine Sandbank wurde mir beinahe zum Verhängnis, es trieb mich raus aus der Piste ins Bachbett und beim Rausfahren grub ich mich tatsächlich ein. Bevor ich Schlimmeres daraus machte bewahrte ich Ruhe und wartete auf Beni, zu zweit war dann die Maschine im Nu befreit.
In San Antonio waren keine bezahlbaren Hotels auf Booking zu finden, ich erinnerte mich an das Gasthaus el Portal de los Andes wo ich das letzte Mal übernachtet hatte, auch dieses Mal waren Zimmer frei und die Suppe die dann als erstes serviert wurde hatte beinahe magisches, sehr köstlich sowas nach einem langen und aussergewöhnlich anstrengenden Tag.
Alles Asphalt
Die Erlebnisse vom Vortag hatten Spuren hinterlassen, ich hatte kaum und Beni schon 2 Nächte nicht mehr geschlafen, dazu kam die Höhe von über 3500 m, beide hatten Kopfschmerzen und Beni wollte nun definitiv abbrechen. Deshalb schlug ich vor zuerst mal nach Salta hinunter zu fahren, Erholung finden und dann weiterschauen.
Die Fahrt über die gut ausgebaute Strasse bot links und rechts immer wieder sehr spezielle Felsformationen, dann wieder Kakteenwälder und je tiefer desto grünere Landschaften.




Im Hotel und Spa Guemes direkt im Zentrum konnten wir uns tatsächlich auch charmefrei erholen, eher ein Businesshotel, war aber zumindest für meine Bedürfnisse ok.
Für mich ist Salta eine der schönsten Städte in Argentinien, auch wenn ich sie schöner in Erinnerung hatte, zumindest gibts dort wieder eine Art öffentliches Leben, man kann sich in ein Strassenkaffee setzen und den Leuten zuschauen, das gibt es in Chile so nicht.







Funfact: durch den Parque San Martin gelangt man zur Talstation der Gondelbahn die einem zum Hausberg San Bernardo (Beni) hochbringt.
- 15 km von km 91 – 106 einfache breite Piste (SG 2-3)
- 42 km von km 157 – 209 ab Payogasta breite Kiesstrasse/Ripio mit teilweise schmaleren Abschnitten (SG 3)
- 54 km von km 209 – 263 schmale Kiesstrasse, neu gegradet, teilweise sehr sandig, mehrere Wasserdurchfahrten (SG 3-4)
- 14 km von km 263 – 277 breite Kiesstrasse/Ripio mit teilweise tiefen Spurrillen (SG 3)
Ausgangs Ovalle gabs dann mal ein ganz neues Bild, das kleine, kurvige Sträßchen entlang des breiten Eine „Aussprache“ am Vortag hatte ergeben, dass wir es noch 2-3 Tage mit Offroad versuchen wollten und dann zusammen nach Chile zurückfahren würden. Als erstes war der höchste durchgehend befahrbare Pass in den Anden angesagt aber dazu mussten wir erst raus aus Salta, dann Richtung Payogasta zurück zur Ruta 40. Die wunderbare kurvige Strasse durch das Valle de Lerma hoch zur Cuesta del Obispo ist eigentlich schon ein Highlight für sich, leider war sie mal wieder von tief liegenden Wolken verdeckt aber kaum oben drüber schien die blanke Sonne vom Himmel und so stiegen die Temperaturen auch wieder auf über 20 Grad. Der grösste Teil’ dieser Strasse ist befestigt, dummerweise konnte ich mich aber nicht mehr erinnern, dass da auch etwa 15 km feiner Ripio dabei war, dieser war aber leicht zu befahren.


durch das Valle de Lerma hoch zur Cuesta del Obispo
Unterwegs bemerkte Beni, dass eine seiner 2 Schrauben für den Gasgriff fehlten, kaum an der Kreuzung bei Payogasta sah ich eine 2-rädrige Polizeibesatzung und kurzentschlossen fuhr ich zu ihnen und erklärte unser Problem. Kein Problem, das kleine Dorf Payogasta hat eine Motorradwerkstatt, die Polizei eskortierte uns dahin und schon war das Problem professionell gelöst, diese Werkstatt hätten wir sonst NIE gefunden!


Polizeieskorte zur Motorradwerkstatt
Alles ready also, so sollte es nun hoch hinaus gehen, zuerst lange in ein weites Tal hinein auf einer breiten Piste, teilweise noch Baustelle, wird sie wohl bald sehr weit asphaltiert sein. Ab La Poma verengte sich die Piste, war aber immer noch in bestem Zustand oder wieder, der Einsatz eines Grades war deutlich sicht- und spürbar. Der Motorradmechaniker meinte es wären 5 Wasserdurchquerungen, die am besten in der Mitte befahren werden sollten, da am Rand wohl scharfkantige Quarze liegen würden, es waren dann zwei, drei mehr, da er die seitlichen Zuflüsse nicht eingerechnet hatte. Da ich aber die Strecke schon von der anderen Seite mit der schweren Triumph alleine befahren hatte war ich mir recht sicher auch dieses Mal ohne Probleme durchzukommen, allerdings war dieses Mal deutlich mehr Wasser im Fluss, vor allem eine etwa 30m lange Furt hatte es doch recht in sich.




Nach La Poma gab es einige Wasserdurchfahrten
Je höher desto weniger Wasser und schöner die Ausblicke, ich konnte kaum fahren, immer wieder musste ich innehalten und fotografieren, einfach traumhaft dieser Aufstieg zum Abra del Acay. Oben wurden wir von einem Fuchs erwartet, der wohl die Touristen und deren Gaben kennt, scheu war der nicht und schlich dauernd Futter erwartend um uns herum. Beni und ich genossen etwas aussergewöhnliches erreicht zu haben, so oft kommt man nicht auf 4895m hoch, doch die dünne Luft hiess uns bald Abschied zu nehmen und runter nach San Antonio in die gleiche Unterkunft zurück zu fahren.





Aufstieg zum Abra del Acay auf 4895 m
Beim Abendessen besprachen wir uns noch einmal, eigentlich wollten wir via Tolar Grande nach Antofagasta de la Sierra fahren aber nicht ohne verlässliche Angaben zur Piste, Beni hatte einfach zuviel schlechte Erfahrungen mit Sand gemacht. So war der Plan am nächsten Tag dann bis Pocitos auf halber Strecke zu fahren und uns dann vor Ort schlauer zu machen.
- van San Antonio km 0 bis km 112 breite Piste/Ripio mit tiefen, weichen Spurrinnen und Sandpassagen, Sandlöcher, sehr viele LKWs, sehr schwer (SG 4)
- 130 km von km 112 – 242 breite Kiesstrasse/Ripio mit teilweise befestigten (gewalzten) Abschnitten (SG 3)
- 20 km von km 242 – 262 schöne Piste (SG 2-3)
- 73 km von km 262 – 335 breite Kiesstrasse/Ripio mit teilweise tiefen Spurrillen (SG 3)
Beim Frühstück bemerkte ich Beni’s Drang schnellstmöglich nach Hause zu kommen und dies entspricht überhaupt nicht meiner Idee von Reisen, ich möchte mich nicht hetzen lassen, da können einfach zuviele Fehler passieren. Da ich ihm nicht versichern konnte in 2 Tagen in Antofagasta de la Sierra zu sein, schlug ich ihm vor den Heimweg alleine über Asphalt anzutreten, ich würde nach Tolar Grande fahren und dann weiterschauen, schneller als erwartet war er auch schon weg.

Abschied von Beni
Ich wollte nun auf einer kleinen Strasse über Santa Rosa de los Pastos Grandes nach Pocitos und Tolar Grande fahren aber kaum aus San Antonio raus befand ich mich in Mitten von LKW-Konvois und deren Staublawinen, zudem war diese Strecke äusserst sandig und schwer zu fahren, ich freute mich auf den Abzweiger Richtung Santa Rose. Mit Schrecken musste ich feststellen, dass die LKWs auch dort hinaufkrochen, die Hälfte zumindest, da war dann auch ein sehr schöner Abschnitt, einspurig, keine Ahnung wie dort LKWs kreuzen wollten. Es war eine Qual bis Santa Rosa, ich verfluchte mich nicht mit Beni mitgefahren zu sein und fragte Leute im Dorf wie es bis Pocitos weitergehen würde, eine verständliche Antwort bekam ich indes nicht. Beim Dorfausgang bemerkte ich, dass der Deckel meines Topcases beinahe abgerissen war, der stand zur Seite, Schloss ausgerissen, Schlapphut und Winterhandschuhe im Winde verweht, bei der nächsten Kurve beinahe zweimal gestürzt und es doch 3 km weiter bis zu einer Kreuzung geschafft. Die Piste dort sah dann viel besser aus, jedoch nur für 5 km, dann zweigte die nächste LKW-Autobahn darauf ein und vernebelte wieder alles. Ein liegengebliebener Truck verursachte dann jedoch einen Stau und so hatte ich mal für ein paar Kilomater freie Sicht bis zum Abzweiger nach Antofagasta de la Sierra.





Ich wollte auf keinen Fall zurück auf der gleichen Piste, fragte dann einen Minenarbeiter in einem vorbeifahrenden Pickup wie es aussehen würde weiter nach Antofagasta und er kannte tatsächlich die ganze Strecke, meinte diese 200 km Piste wären gut in 4 Stunden machbar, so nahm ich das Herz in die Hand, den Pickups hinter mir und gab Gas. Dies fiel die ersten 20 km sehr einfach, allerdings gab es auf dieser guten Piste auch immer wieder beinahe befestigte Abschnitte, dort konnte die auch hier unzähligen LKW-Konvois gut überholt werden. Bis auf einen, der kroch den Berg hoch, blinkte links als Zeichen zum Überholen, ich traute mich nicht blind in diese weisse Wand zu fahren, er zog links rüber wo die Staubfahne war und zeigte an, dass ich rechts vorbeifahren sollte, wunderbar, doch davor war ein weiterer LKW, dieser sah mich nicht. Mit dem Geschwindigkeitsüberschuss zog ich links vorbei, kaum wieder eingebogen kam ein Bus von der Gegenseite………..






Rund um den Salar del Hombre Muerto
Danach gab es dann auch endlich ein bisschen Ruhe, schöner Landschaften inklusive, über den Salar del Hombre Muerto (kein Scheiss!) und via Incahuasi mit sehr schönen Abschnitten schnell Richtung Antofagasta. Die letzten 20 km waren dann aber wieder sehr mühsame breite Pisten mit Ripio und sehr tiefen Spurrillen, war ich froh in Antofagasta angekommen zu sein und Benzin zu bekommen, dass das da etwa 80% mehr kostete als im besiedelten Teil des Landes kümmerte mich vorerst noch nicht, ich fasste mal 10 Liter, soviel brauchte ich etwa um in die Zivilisation zurückzukehren.






An der Tankstelle traf ich dann noch einen einheimischen Touristen, der die Strecke nach Tolar Grande ein Jahr zuvor mit einer BMW 850 gefahren hatte, der meinte schon dass da sandige Abschnitte waren aber das gibts ja auf allen dieser Strassen.
Die Suche nach einer Unterkunft gestaltete sich dann sehr schwierig, alle wollten nur Cash (wie die Tankstelle) doch ich konnte kaum den halben Preis zusammenkratzen, wollte ich doch tags darauf auch das Land verlassen.
In der zweiten Unterkunft wäre ein Zimmer zu haben gewesen, gegen Cash, also ab zum Geldautomaten, der wollte einfach nichts ausspucken, hmmmm, Dollar hatte ich aber die wollte. niemand. Ein neuer Anlauf brachte mich zur Unterkunft wo der Argentinier gerade eincheckte, auch diese hatte keinen Platz aber der gute Mann bot mir an das Zimmer mit Banküberweisung zu bezahlen und dafür meine Dollar zu nehmen, ohne diese gute Tat hätte ich noch weit über 200 km in die Zivilisation fahren müssen.
So bekam ich nun ein anständiges Zimmer im Casa de Piedra völlig überteuert für 60€, dafür gab es nebenan einen äusserst leckeren Linseneintopf für 6 €, so war mein Budget wieder halbwegs in Ordnung.Dort erholten wir uns von einem sehr anstrengenden Tag am Pool des einfachen Hotels Cecil, Bier gabs am Pool und essen im Haus nebenan.
Alles Asphalt
Wie mehrfach erwähnt war ich 7 Jahre zuvor schon mit der Triumph Tiger Explorer in der Gegend unterwegs, so auch in Antofagasta de la Sierra, damals war wohl noch ein Drittel der Strecke nach Belen unbefestigt, heute ist alles asphaltiert, dies tut diesen spektakulären 200 km jedoch keinenAbstrich, einfach zu schön. Wahrscheinlich könnte man in 2 Stunden zur Ruta 40 hinunterbolzen, ich brauchte gut deren 4. Nur zu oft musste ich tief innehalten, diese am Morgen noch in einen Schleier gehüllten Berge, diese Weiten, diese Farben, dann später der weisse Sand der wie Schnee von den Bergen gleitet, wahrscheinlich die schönste Strecke die ich kenne.



am Morgen war es frisch zwischen Antofagasta de la Sierra und El Peñon, es gab gar Morgennebel






weiter durch wörtlich atemberaubende Landschaft hinunter Richtung Belen
War es am Morgen beim Losfahren noch etwa 15 Grad, so war die Temperatur unten an der Ruta 40 schon auf über 30 gestiegen, Richtung Tinogasta stieg die Quecksilbersäule dann gegen kaum erträgliche 37 Grad und ausser der Kilometermarke 4040 auf der Ruta 40 gab es auch kaum mehr erwähnenswertes zu berichten, viele Geraden von über 15 km nur von einer Kurve unterbrochen, das ist nichts für mich, allerdings in Argentinien kaum zu umfahren.

So war ich unglaublich froh in Tinogasta das Hotel Adobe Casagrande mit Pool gefunden zu haben, so schnell war ich wohl noch nie in einem Pool. Schlafen konnte ich allerdings nicht sehr gut, es wurde die ganze Nacht Schulabschluss gefeiert mit Bässen die durch die ganze Stadt hallten. Und Temperaturen die kaum unter 30 grad fielen.
- 27 km von km 358 – 382 gewalzte (Erd- oder) Sandpiste mit Spurrillen, Löchern und Kies (SG 2-3)
- Danach nochmal 2 solche Abschnitte à 5 km
Morgens um 9.00 ging es schon los bei immer noch oder schon wieder 29 Grad, ein langer Tag lag vor mir. Zuerst 50 km nach Fiambala, dort gab es die letzte Möglichkeit Benzin zu fassen, es standen nun 470 km an, ein Aufstieg von 4000m, dazwischen keine Tankmöglichkeit, also musste auch die Benzintasche von Giant Loop zum ersten Mal befüllt werden.




Der Paso de San Francisco ist nicht nur lang, er ist auch wunderschön, allerdings wusste ich auch um die Distanz und die 2 Grenzabfertigungen, deshalb verkniff ich es mir allzugange Fotostops oder gar Drohnenaufnahmen zu machen. Natürlich konnte ich trotzdem nicht widerstehen, einfach zu eindrücklich auch diese Landschaften und dann ein dummer geiler Esel der sich vor die Linse stellte, Sachen gibts.




der Zoll auf der argentinieschen Seite und dann 120 km traumhaftes Niemandsland
Der argentinische Zoll befindet sich auf etwa 4000m Höhe nach etwa 190 km, danach steigt die Strasse nochmal richtig an, ist nun jedoch im Gegensatz zu vor 7 Jahren durchgehend asphaltiert. Kaum hatte ich jedoch die Passhöhe überquert bliest mir ein unglaublich kräftiger und eisiger Wind entgegen, ich hoffte noch darauf, dass die Strasse bald runtergehen würde aber weit gefehlt, erst kurz vor dem chilenischen Zoll nach weiteren 120 km sinkt die Strasse auf etwa 3500m. Auch hier brauchte ich wie beim argentinischen Zoll etwa 45 min, da waren immer Familien mit Kindern vor mir, das brauchte halt seine Zeit, für mich wurde sie jedoch bald knapp, wie das Benzin auch, der heftige Seiten- und Gegenwind zollten dem Verbrauch Tribut, so sollte ich es nicht bis Copiapó schaffen.

hinunter nach Copiapó
Ich kannte zwar die Route aber trotzdem hatte ich mich zum Glück verrechnet, die beinahe 150 km lange Abfahrt hinunter durch ein Tal senkte den Verbrauch von über 5 L auf die berechneten 4,6, so waren in Copiapó gerade noch bisschen mehr als 2 L im Tank.
Das Hotel Cumbres de Atacama ist durchaus eine Empfehlung wert, ich hatte das Glück ein Zimmer mit eigener Terrasse mit Schaukel, Tisch und Stühlen zu bekommen, wunderbar um sich einen Tag auszuruhen, denn die Stadt ist nichts fürs Auge, zum Glück gibts da die grossen Terrassenrestaurants Bahia Grill und vor allem Caffee Latte.













2 Gedanken zu “Südamerika 2024 / Argentiniens Nordwesten”